Usbekistan kompakt: Alles zur Vorbereitung deiner Rundreise
Usbekistan Reiseplanung: Unsere Tipps zu Visum, Anreise, Transport und Unterkünften. Alles, was du für deine individuelle Reise wissen solltest.Planst du eine Reise nach Usbekistan?

Usbekistan stand schon lange auf meiner Reiseliste. In meiner Vorstellung war das Land immer eine Mischung aus dem Iran und Georgien: orientalisch und geschichtsträchtig, zugleich aber auch von der sowjetischen Vergangenheit geprägt. Vor Ort merkte ich jedoch schnell, dass Usbekistan weit mehr ist als prächtige Moscheen und märchenhafte Altstädte. Begeistert hat mich die offene und herzliche Art der Menschen sowie die Tatsache, wie einfach und angenehm sich das Land bereisen lässt. Moderne Zugverbindungen, günstige Taxis und vergleichsweise niedrige Reisekosten machten unsere Rundreise unkomplizierter, als ich es vor der Abreise erwartet hatte.

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf unsere Reise durch Usbekistan und teile die Erfahrungen, die uns bei der Planung besonders geholfen haben. Ich stelle dir unsere Route und die schönsten Orte vor. Ich gebe dir praktische Tipps zu Zugfahrten, Unterkünften, Geld und den Kosten vor Ort. So bekommst du einen ehrlichen Eindruck davon, was dich auf einer Reise entlang der Seidenstraße erwartet.
Wo genau liegt Usbekistan?
Usbekistan liegt mitten in Zentralasien, zwischen Kasachstan, Turkmenistan, Afghanistan, Tadschikistan und Kirgisistan. Auf der Karte wirkt das Land zunächst ziemlich weit entfernt. Tatsächlich ist es von Deutschland aus aber überraschend gut erreichbar. Je nach Verbindung dauert der Flug nach Taschkent etwa sechs bis sieben Stunden. Leider gibt es bisher keinen Direktflug nach Taschkent. Wir selbst hatten einen Zwischenstopp in Warschau.

Mit einer Fläche von rund 449.000 Quadratkilometern ist Usbekistan etwas größer als Deutschland. Die Hauptstadt Taschkent ist zugleich die größte Stadt des Landes und zugleich auch die Hauptstadt. Was Usbekistan besonders macht ist seine Lage an der historischen Seidenstraße. Über Jahrhunderte hinweg zogen Händler, Gelehrte und Reisende durch das Land und verbanden Europa mit Asien. Diese Vergangenheit ist bis heute spürbar.
Eine geografische Besonderheit gibt es ebenfalls: Usbekistan hat keinen Zugang zum Meer und ist vollständig von Ländern umgeben, die ebenfalls keinen Meereszugang besitzen.
Einreise nach Usbekistan: Brauche ich ein Visum?
Die Einreise nach Usbekistan war für uns erfreulich unkompliziert. Deutsche Staatsangehörige können für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen ohne Visum einreisen. Wir benötigten lediglich einen Reisepass, der noch mindestens drei Monate gültig war.

Internet, SIM-Karte und Apps
Direkt nach unserer Ankunft am Flughafen haben wir uns eine lokale SIM-Karte gekauft. Das war unkompliziert und deutlich günstiger als viele eSIM-Angebote, die ich mir vor der Reise angesehen hatte. Ich entschied mich für einen Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen und konnte die Karte sofort nutzen.
Schon für die erste Fahrt vom Flughafen zum Hotel war die App Yandex Go äußerst praktisch. Die Fahrten lassen sich einfach buchen und sind extrem günstig. Für die Orientierung unterwegs nutzten wir außerdem Google Maps, während Google Translate vor allem dann hilfreich war, wenn wir sprachlich nicht weiterkamen.
Mein Tipp: Lade dir Karten und Sprachpakete bereits vor der Reise offline herunter. In den größeren Städten hatten wir zwar meist eine gute Verbindung, außerhalb der touristischen Zentren kann das Netz jedoch deutlich schwächer werden.

Wie du dich in Usbekistan verständigen kannst
Vor unserer Reise hatte ich mich gefragt, wie gut wir uns in Usbekistan verständigen würden. Die Amtssprache ist Usbekisch, das heute offiziell mit dem lateinischen Alphabet geschrieben wird. Dadurch konnten wir zumindest viele Schilder und Namen leichter lesen, auch wenn wir die Sprache natürlich nicht verstanden.
Im Alltag begegnete uns außerdem immer wieder Russisch. Vor allem ältere Menschen sprachen häufig Russisch, während Englisch außerhalb der touristischen Orte eher selten war. In Hotels, Restaurants und an den bekannten Sehenswürdigkeiten in Taschkent, Samarkand und Buchara kamen wir mit Englisch jedoch meist gut zurecht.

Nützliche Wörter für deine Reise:
- Hallo – Salom
- Danke – Rahmat
- Ja – Ha
- Nein – Yo‘q
- Bitte – Iltimos
- Auf Wiedersehen – Xayr
- Wie viel kostet das? – Bu qancha turadi?
Wie sicher ist eine Reise durch Usbekistan?
Sicherheitsbedenken wirken in Usbekistan fast wie ein schlechter Witz. Wir haben das Land als ausgesprochen sicher, entspannt und angenehm unkompliziert erlebt. Die Menschen begegneten uns überall freundlich, interessiert und hilfsbereit. Wir wurden neugierig angesprochen, kamen spontan ins Gespräch und bekamen immer wieder Unterstützung angeboten. Gerade weil Usbekistan vielerorts noch nicht vom Massentourismus geprägt ist, wirkten diese Begegnungen besonders offen, herzlich und unverstellt.

Was mir besonders gefallen hat: Ich hatte nicht das Gefühl, ständig nur als zahlender Tourist wahrgenommen zu werden. Vieles wirkte noch ehrlich, herzlich und unverstellt.
Fortbewegung: Wie komme ich durch Usbekistan?
Wir nutzten für die meisten Strecken die Bahn und empfanden sie als unkompliziert, komfortabel und vergleichsweise günstig. Gerade zwischen den großen Städten ist der Zug für mich die beste Art zu reisen.
Allerdings sind die beliebten Verbindungen oft schnell ausgebucht. Unsere Zugtickets ließen wir von einem Reisebüro in Taschkent bereits im Vorfeld kaufen. Man sollte sich früh damit beschäftigen, da die Züge schnell ausgebucht sind.
Für die Strecke von Buchara nach Chiwa entschieden wir uns dagegen für einen privaten Fahrer. Das war zwar langsamer als der Zug, dafür bekamen wir deutlich mehr von der Landschaft mit und konnten unterwegs flexibel anhalten.

Beste Reisezeit: Wann lohnt sich eine Reise nach Usbekistan?
Für eine Rundreise durch Usbekistan würde ich ganz klar das Frühjahr oder den Herbst empfehlen. Besonders angenehm sind aus meiner Sicht die Monate April und Mai sowie September und Oktober. Dann lässt es sich entspannt durch Taschkent, Samarkand, Buchara und Chiwa schlendern, ohne dass die Hitze jede Stadtbesichtigung zur Belastungsprobe macht.
Wir selbst waren im späten Frühjahr unterwegs und empfanden die Temperaturen meist als sehr angenehm. Im Juni kann es allerdings bereits deutlich heißer werden. Juli und August würde ich für eine klassische Rundreise eher meiden, denn in den Städten kann die Hitze schnell anstrengend werden.

Auch der Winter wäre für mich nicht die erste Wahl. Dann kann es in Usbekistan empfindlich kalt werden. Wer das Land zum ersten Mal besucht, reist im Frühjahr oder Herbst vermutlich am angenehmsten.
Geld in Usbekistan: Bargeld, Bankautomaten und Bezahlen
Wir sind mit etwas Bargeld nach Usbekistan gereist, haben vor Ort aber schnell gemerkt, dass man längst keine großen Bargeldreserven mehr mitnehmen muss. In den größeren Städten fanden wir problemlos Geldautomaten und konnten mit unserer Kredit- beziehungsweise Debitkarte immer wieder Usbekische Som abheben.
Trotzdem hatten wir stets etwas Bargeld dabei. Gerade auf Märkten, in kleineren Restaurants, in Gästehäusern oder unterwegs außerhalb der Städte war das wichtig, weil Kartenzahlung dort nicht immer möglich war.
Für uns hat sich deshalb eine Mischung bewährt: einen kleinen Bargeldbetrag als Reserve mitnehmen und anschließend regelmäßig vor Ort Geld abheben. So mussten wir weder mit viel Bargeld reisen noch ständig überlegen, ob der nächste Geldautomat rechtzeitig kommt.

Unsere Reise durch Usbekistan – die einzelnen Stationen
Taschkent – moderne Hauptstadt mit orientalischem Flair

Taschkent hat uns gleich zu Beginn unserer Reise überrascht. Statt einer orientalischen Altstadt erwartete uns eine moderne, erstaunlich grüne Stadt mit breiten Straßen und vielen Gebäuden aus der Sowjetzeit. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Besonders gut gefallen haben uns der lebhafte Chorsu-Basar und der Hazrat-Imam-Komplex. Auch die berühmten Metrostationen haben wir uns angeschaut, allerdings hatte ich mir von ihnen ehrlich gesagt etwas mehr versprochen.
Samarkand – die Perle der Seidenstraße

Auf Samarkand hatte ich mich schon vor unserer Reise ganz besonders gefreut. Vor allem auf den Registan, den ich schon unzählige Male auf Fotos gesehen hatte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Als wir zum ersten Mal auf diesem riesigen Platz standen, kam ich aus dem Staunen kaum noch heraus. Die drei gewaltigen Medresen mit ihren blauen Kuppeln und wunderschönen Verzierungen sind wirklich beeindruckend. Für mich gehört der Registan zu den schönsten Orten, die ich bisher auf meinen Reisen gesehen habe.
Shahrisabz – die Geburtsstadt Timurs

Von Samarkand aus machten wir einen Ausflug nach Shahrisabz, der Geburtsstadt des Herrschers Timur. Schon die Fahrt in den Süden war interessant und zeigte uns noch einmal eine ganz andere Seite Usbekistans.
Buchara – eine Reise in die Vergangenheit

Buchara hat uns richtig gut gefallen. Im Gegensatz zu Samarkand ist die Altstadt viel kompakter und man kann fast alles zu Fuß erkunden. Wir sind oft einfach losgelaufen, durch die kleinen Gassen und unter den alten Handelskuppeln hindurch, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Irgendwann steht man sowieso vor der nächsten Moschee oder Medrese. Dazwischen gibt es immer wieder kleine Cafés, in denen man gemütlich sitzen und das Treiben beobachten kann. Genau das hat für uns Buchara so angenehm gemacht. Wir hätten hier problemlos noch ein paar Tage länger bleiben können.
Chiwa – eine Stadt wie aus Tausendundeiner Nacht

Chiwa war für mich schlicht der Hammer und wahrscheinlich die größte Überraschung unserer Reise durch Usbekistan. Die Altstadt Ichan Qala ist fast vollständig von einer Stadtmauer umgeben und gehört seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Innerhalb der Mauern reiht sich eine Moschee an die nächste, dazwischen stehen alte Paläste, Medresen und Minarette. Autos gibt es kaum und vieles lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Wir sind stundenlang durch die kleinen Gassen gelaufen und konnten uns an den vielen alten Gebäuden kaum sattsehen. Natürlich sind hier auch jede Menge Touristen unterwegs, aber das hat uns eigentlich gar nicht so gestört.
Die Wüstenfestungen rund um Chiwa

Auf dem Weg von Buchara nach Chiwa machten wir mehrere Zwischenstopps an einigen der eindrucksvollsten Ruinen Usbekistans. Diese Route war für uns ein großer Vorteil gegenüber einer reinen Zugfahrt, denn so konnten wir unterwegs nicht nur die weite Wüstenlandschaft erleben, sondern auch jahrtausendealte Festungen und Kultstätten besuchen.
Besonders beeindruckend war Ayaz-Kala, das hoch über der Landschaft auf einem Hügel thront. Toprak-Kala war einst eine bedeutende Residenzstadt und reicht mit seiner Geschichte bis in die Antike zurück. Chilpyk wiederum ist keine klassische Festung, sondern eine auffällige kreisförmige Anlage auf einem Tafelberg, die vermutlich für religiöse Rituale genutzt wurde.
Unsere Reiseroute
Taschkent (2 Nächte) – Samarkand (4 Nächte) – Buchara( 3 Nächte) – Chiwa (3 Nächte) – Taschkent (1 Nacht)
Unsere Rundreise dauerte insgesamt 13 Nächte. Wir starteten mit zwei Nächten in Taschkent und fuhren anschließend für vier Nächte nach Samarkand. Danach folgten drei Nächte in Buchara und drei Nächte in Chiwa. Vor dem Rückflug verbrachten wir noch eine letzte Nacht in Taschkent.

Mein Fazit: Lohnt sich eine Reise nach Usbekistan?
Usbekistan hat uns richtig gut gefallen. Vor der Reise war ich vor allem auf Samarkand, Buchara und Chiwa gespannt. Und gerade Chiwa hat mich dann ziemlich umgehauen. Aber auch abseits der großen Sehenswürdigkeiten haben wir uns im Land sehr wohlgefühlt.
Was mich überrascht hat, war vor allem, wie einfach das Reisen funktioniert. Die Züge sind bequem, Taxis kosten nicht viel und auch sonst kamen wir eigentlich überall problemlos zurecht. Dazu kamen viele Begegnungen mit Menschen, die neugierig waren, woher wir kommen, und uns immer wieder ihre Hilfe angeboten haben.
Würde ich noch einmal nach Usbekistan reisen? Ja, durchaus. Allerdings würde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich weniger Zeit in den bekannten Städten verbringen und mir mehr vom restlichen Land anschauen. Denn von Usbekistan haben wir auf dieser Reise eigentlich nur einen kleinen Teil kennengelernt.
