Reisen in der Türkei bedeutet für viele Urlauber, die Badeorte der Südküste zu besuchen und in den Clubanlagen den kompletten Aufenthalt zu verbringen. Für Reisende, die das Land erkunden wollen, gibt es viele spannende Orte, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Die Türkei ist ein faszinierendes Land, welches Moderne und Tradition verbindet. Spannende Landschaften, traditionelle Dörfer, kosmopolitische Städte, tolle Strände und leckere kulinarische Spezialitäten warten auf jede Besucherin und jeden Besucher.  

Istanbul

 

Um das Land zu bereisen, begaben wir uns erneut auf einen abenteuerlichen Roadtrip quer durch die Türkei. Unsere Reise begann in Istanbul und endete an der Mittelmeerküste. Was uns vor allem begeisterte war die  Herzlichkeit und die Gastfreundschaft der Menschen. In kaum einem anderen Land hatten wir bisher so viele freundliche und intensive Begegnungen mit Einheimischen. Spätestens nach dieser Reise steht die Türkei ganz oben auf unserer Liste unserer Lieblingsreiseländer.

Zeitplan und Reiseroute

Tag 01 | Ankunft Istanbul

Tag 02 | Istanbul

Tag 03 | Istanbul

Tag 04 |Fahrt nach Safranbolu

Tag 05 | Safranbolu

Tag 06 | Safranbolu

Tag 07 | Fahrt nach Amasra (Schwarzes Meer)

Tag 08 |Amasra

Tag 09 | Fahrt nach Kastamonu

Tag 10 | Kastamonu

Tag 11 | Ankara

Tag 12 | Fahrt Kappadokien

Tag 13 | Göreme

Tag 14 | Göreme

Tag 15 | Göreme

Tag 16| Fahrt ans Mittelmeer 

Tag 17 | Gazipasa

Tag 18 | Gazipasa

Tag 19 | Gazipasa

Tag 20 | Gazipasa

Tag 21 | Gazipasa

Tag 22 | Gazipasa

Tag 23 | Heimflug

 

Station 1: Die ersten Tage in Istanbul

Istanbul ist die Stadt der Superlative. Mit 15 Millionen Einwohnern zählt Istanbul zu den Megastädten der Welt. Istanbul verbindet Europa und Asien, Okzident und Orient, Marmara Meer und Schwarzes Meer. Wie keine andere Stadt steht sie für den Aufschwung der Türkei und bildet das Zentrum für Handel, Kultur und Finanzen. Ich habe Istanbul nicht zum ersten Mal besucht. Einen ausführlichen Bericht über Istanbul findest du hier.

Station 2: Safranbolu 

Safranbolu – so heißt also nach Istanbul unsere zweite Station in der Türkei. Auf dem Weg zum Schwarzen Meer befindet sich ca. 80 km vor der Küste im Landesinneren ein ganz besonderes Städtchen. Die Stadt lag auf der Seidenstraße und war eine wichtige Station für die Karawanen. Bis ins 19. Jahrhundert war Safranbolu ein wichtiger Stopp auf dem Wegenetz der Händler und Geschäftsleute. Mit der Einführung der Eisenbahn und die Eröffnung des Suezkanals stoppte der Verkehr auf der Karawanenstraße. Doch als die Karawanen nicht mehr durch Safranbolu zogen, war Safranbolu bereits eine wohlhabende Stadt. Die Waren aus aller Welt brachten Reichtum und dieser ist immer noch sichtbar. Meist schon vor 200 Jahren errichtet, sind bis heute fast alle Moscheen, Koranschulen, Hamams und Wohnhäuser erhalten geblieben. Besonders die Villen der reichen Kaufleute  prägen noch immer das Bild Safranbolus. Traditionelles Fachwerk thront hier auf steinernen Sockeln. Hölzerne Fensterläden und kunstvoll gestaltete Türen verzieren die Gebäude. Vertäfelte Decken schmücken ihr Inneres. Inzwischen sind aus diesen Gebäuden stilvoll eingerichtete Hotels geworden. Unser Hoteltipp: Dadibra Kodak Hotel

Türkei

Safranbolu ist ein sehr verschlafenes Städtchen. Man hat das Gefühl, die Zeit wäre hier stehen geblieben. Atmosphärisch wirkt Safranbolu wie ein lebendiges Museum.  Die Altstadt von Safranbolu ernannte  1994 die UNSECO zum Weltkulturerbe.

Türkei

Station 3: Amasra

Die Stadt Amasra wurde im 12 Jahrhundert vor Christus gegründet und hat der Legende entsprechend ihren Namen vom persischen Prinzen Amastris. Amasra liegt zwischen zwei Buchten auf einer Halbinsel und ist hinsichtlich seiner Lage und seiner Bebauung einer der schönsten Orte an der Schwarzmeerküste. Mit dieser Information fuhren wir erwartungsvoll nach Amasra und waren gleich nach der Ankunft mit dem Trubel völlig überfordert. Erwartet hatten wir ein stilles, kleines Örtchen an der Schwarzmeerküste. Die Realität sah allerdings ganz anders aus.  Der ganze Ort war von türkischen Touristen eingenommen. Tagsüber war der Strand vor Überbelegung beinahe geschlossen und abends hatten wir Mühe einen freien Tisch in den vielen Fischrestaurants zum Abendessen zu finden. Obwohl wir drei Nächte gebucht hatten, sind wir nach zwei Nächten wieder weitergereist. Besucht man Amasra in der Nebensaison wirkt, der Ort sicherlich nochmals anders.

Amasra

Station 4: Kastamonu

Nach dem Trubel von Amasra waren wir froh wieder in das Alltagsleben der Türkei einzutauchen. Dazu war Kastamonu der optimale Ort. Kastamonu ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und bekannt für den Tabakanbau und seine Holzmöbel. In Kastamonu gibt es vieles zu entdecken, den die  ältesten Siedlungsspuren gehen auf ca. 2000 v. Chr. zurück. So lässt sich es gut aushalten und man kann den ganzen Tag durch das Zentrum bummeln, denn hier gibt es vieles zu bewundern und anzuschauen. Hoch oben, auf dem über 100m hohen Stadtberg, liegt die im 11./12. Jahrhundert gegründete Burg, bei der noch größere Teile der Außenmauern und Bauten innerhalb erhalten sind. Von oben hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und der Aufstieg ist auf alle Fälle sehr lohnenswert. Ein eindrucksvoller Ort um den Tag zu beenden.

Burg

Übrigens: im August 1925 reiste der türkische Republikgründer Atatürk in die damals als besonders islamisch-konservativ geltende Provinz Kastamonu und hielt am 30. August von der Terrasse des heutigen Archäologischen Museums eine flammende Rede gegen das Tragen der orientalischen Kopfbedeckung und forderte alle türkischen Männer auf, einen modernen Hut als Teil einer säkularen Staatsreform zu tragen.

Station 5: Ankara

Ein Vergleich mit Istanbul, der großen Metropole am Bosporus, verbietet sich, denn Ankara hat geschichtlich wenig zu bieten. Ohne den türkischen General Mustafa Kemal, der später unter dem Namen Atatürk in die Geschichte einging und Ankara zu seiner Hauptstadt erklärte, wäre Ankara immer noch ein bedeutungsloses Städtchen. Heute ist Ankara die Hauptstadt der Türkei. Eine kulturelle Stadt mit internationalen Beziehungen und ein Beispiel für die florierende Wirtschaft des Landes.

Aus den Resten des Osmanischen Reiches formte Atatürk im Jahre 1923 mit der Gründung der Türkei  einen modernen republikanischen Staat in dem religiöse Machtbefugnisse stark beschnitten waren. Ein radikaler Prozess, ohne langwieriges Hin und Her. Das Kalifat war mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches bereits abgeschafft. Im muslimisch geprägten Land ließ Atatürk darüber hinaus nicht nur religiöse Orden und Parteien verbieten. Atatürk setzte ein Kopftuchverbot an Schulen, Universitäten, Behörden und in Gerichtssälen durch.

Eigentlich der einzigste Grund, weshalb wir einen Stop in Ankara planten, war der Wunsch das Anitkabir, also das Mausoleum des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk zu besichtigen. Alleine das ist tatsächlich einen Besuch der türkischen Hauptstadt wert. Insgesamt waren wir ganz positiv überrascht und wären gerne länger in Ankara geblieben.

Station 6: Göreme (Kappadokien)

Der Name Kappadokien stammt aus dem Altpersischen und bedeutet so viel wie „Land der schönen Pferde“. Wenn man heute an Kappadokien denkt, fällt einem eigentlich nur das Wort „Märchenland“ ein. Der Grund dafür ist die surreale, vom knapp 4000m hohen Vulkan Erciyes Dagi, geformte Märchenlandschaft, mit ihren bis zu 3.600 Jahre alten  Höhlenstädten und die über 100 Heißluftballone, die jeden Morgen mit Sonnenaufgang am Himmel aufsteigen. Kappadokien selbst wurde vor allem nochmals so bekannt durch die fast endlosen Bildern auf Instagram. Wir selbst waren bereits zum zweiten Mal in Göreme. Es ist so schön hier, dass man bei einer Reise durch die Türkei nicht vorbeifahren kann. Einen ausführlichen Artikel von Reisen-macht-froh über Kappadokien erhält du hier lesen.

Die Ballonfahrt über Göreme haben wir bereits vor drei Jahren erlebt. Dieses beschrieb ich ausführlich in diesem Artikel.

Station 7: Gazipasa

Es ist nicht leicht an der türkischen Mittelmeerküste einen Ort zu finden, wo man noch Ruhe findet und der Pauschaltourismus genügend weit entfernt ist. Nach unserem 2-wöchigen Roadtrip durch die Türkei wollten wir jedoch genau das und waren glücklich, dass wir die Strände von Gazipasa entdeckten. In Gazipasa gibt es nichts zu tun – absolut überhaupt nichts und exakt das, war unser Plan.

Nach sieben Nächten in Gazipasa fuhren wir zum Flughafen Antalya, gaben dort unser Mietwagen ab und flogen nach Hause.

 

 

Written by Reisen macht froh