Wenn man an Kuba denkt, denkt man an nostalgische Oldtimer, prächtige Kolonialbauten, Rum, Salsa, Zigarren und Traumstrände. Mit Kuba verbindet man aber auch Fidel Castro, Sozialismus und eine Bevölkerung, die trotz vieler Entbehrungen nicht ihre Lebensfreude verloren hat. Eine Reise nach Kuba ist wie eine Reise in die Vergangenheit und bei einem Spaziergang durch Havanna kommt man sich vor wie in einem alten Hollywoodfilm.

Kuba

14 Tage war ich im August 2019 in Kuba unterwegs. Aufgrund meines Ziel- und Abflughafens in Havanna und der verfügbaren Zeit habe ich mich  für eine Tour durch West- und Zentralkuba entschieden. Ich wollte in den zwei Wochen etwas von der Karibikinsel sehen, allerdings wollte ich auch nicht ständig unterwegs sein.

Meine Route: Havanna – Vinales – Cienfuegos – Trinidad – Varadero – Havanna (knappe 1100 km)

Station 1: Havanna 

Die Altstadt von Havanna (steht übrigens unter UNESCO-Weltkulturerbe Schutz) ist laut, bunt, heiß und voll. Kein Wunder, immerhin gehört La Habana Vieja zu den ältesten spanischen Kolonialsiedlungen der Welt. Hier findet man auf wenige Quadratkilometern so viele unterschiedliche Baustile wie an keinem anderen Ort. Doch es ist nicht nur die Architektur, es sind auch die Kontraste, die die Stadt so spannend machen. Aufwendig sanierte Kolonialbauten treffen auf halb verfallene Häuser. Es wird zwar in den beiden Stadtteilen Habana Vieja und Centro Habana kräftig saniert, doch angesichts des Zerfalls, erscheint es fast unmöglich, dass irgendwann Mal alles komplett saniert ist.

Schlendert man durch die Altstadt bemerkt man, dass viele neue Läden, Restaurants und Bars eröffnet werden.  All diese Glitzereinrichtungen sind für Touristen mit Touristenwährung (Peso Convertible) und sperren Einheimische mit Nationalwährung aus. Eine negative Erscheinung, vor der viele Touristen die Augen verschließen oder überhaupt nicht wahrnehmen. Wir haben das Privileg, unsere Mojitos in schicken Bars zu genießen, während Einheimische nebenan mit Lebensmittelmarken für rationierte Ware anstehen.

Die Stadt an sich erschließt sich von allein, von daher habe ich die Highlights in einer kurzen Übersicht zusammengestellt:

  • Spaziergang durch die Calle Obispo.
  • Besuch des Plaza de la Revolucioón.
  • Flanieren auf dem Plaza de Armas.
  • Verweilen an der Cathedral de la Havanna und dem Plaza de la Catedral.
  • das Wahrzeichen von Havanna – das Capitol besichtigen.
  • die Festung „Fortaleza de San Carlos de la Cabana“ erkunden.
  • Abendsparziergang entlang des Malecon (Uferpromenade) machen.
  • Einen Mojito in der Stammkneipe von Ernest Hemingway trinken.  Die Bar heißt „El Floridita“ und befindet sich in der Calle Obispo.
  • mit einem Oldtimer durch Havanna cruisen (1 Stunde ca. 20€)

Station 2: Vinales

Kleine Häuschen mit Veranda in bunten Farben, Natur pur und der beste Tabak Kubas. Das Viñales-Tal ist eines der schönsten Postkartenmotive Kubas und somit nach dem Stress in Havanna mein nächstes Ziel. Mittendrin in dieser eindrucksvollen und saftiggrünen Naturlandschaft liegt der kleine Ort Viñales. Die Fahrt von Havanna nach Vinales dauert mit dem Taxi Collectivo ca. 3,5 Stunden und ist daher schnell erreichbar. In Vinales selbst gibt es viele kleine Restaurants und Cafés. Sucht man Ruhe, dann wird man hier fündig.

Das Highlight von Vinales ist sicherlich ein Pferdeausritt durchs Tal.  Gleich am zweiten Tag unternahm ich eine Ganztages-Tour. Ich verbrachte den Tag nicht in einer Gruppe, sondern hatte einen Guide für mich alleine. Die Hügellandschaft, Berge und die Natur  insgesamt sind ein Traum. Unterwegs machten wir etliche Zwischenstopps bei irgendwelchen Kumpels und es gab überall einen Schluck Rum. Obligatorisch zu jedem Ausritt durchs Tal gehört ein Besuch bei einem Bauern, der eine Tabak-Plantage betreibt. Nach einer Führung, bei der ich alles erklärt bekam, gab es wieder Rum und wir rauchten Zigarren und so neigte sich ein entspannter Tag dem Ende zu.

Station 3: Cienfuegos

Die Fahrt von Finales nach Cienfuegos dauert gefühlt einen ganzen Tag. Cienfuegos ist eine der jüngsten kubanischen Städte. 1890 wurde sie von französischen Siedlern gegründet und durch den Zuckerrohrboom ziemlich reich. Cienfuegos hat einen großen Hafen und ist eine bedeutende Industriestadt des Landes. Cienfuegos ist eine kleinere Stadt, daher lohnt es sich, einfach zu Fuß durch die Gassen zu laufen und so alles zu erkunden. Das  Stadtbild  ist viel besser in Schuss als in Havanna.

Wie in so ziemlich jeder kubanischen Stadt gibt es auch in Cienfuegos einen Jose Marti Platz. Der Parque Jose Marti ist sehr schön mit vielen schönen Gebäuden, Löwenstatuen und dem Denkmal von Jose Marti.

Außerdem lohnt es sich den Paseo del Prado bis ans Ende nach La Punta durchzugehen. La Punta ist das Luxusviertel der Stadt, wo man einen Jachtclub und das Palacio de Valle findet. Dieses Gebäude wurde aus mehreren Baustilen erbaut, Orient, Gotik und Barock treffen hier aufeinander.

Tagesausflug zum Wasserfall „El Nicho“

Cienfuegos kann man sicherlich mit einer Nacht erkunden, allerdings macht es Sinn, zwei Nächte einzuplanen, denn von Cienfuegos kann man ganz bequem mit einem Taxi „El Nicho“ besuchen. Die Strecke ist knapp 50 km lang und man braucht dafür eine gute Stunde.

El Nicho ist ein Nationalpark und liegt zwischen Cienfuegos und Trinidad. Der gleichnamige Wasserfall gehört zu den größten Wasserfällen Kubas und zählt leider als großer Touristenmagnet.

Eintritt kostet 10 CUC (ca. 8,00 €) pro Person und wird am Eingang vom El Nicho gezahlt.

Tipp!
Pack deine Badehose ein! Unter dem El Nicho kann man sich eine kleine Erfrischung gönnen. Das Wasser ist nicht so warm, aber es erfrischt ungemein. Plane mindestens 2 Stunden ein.

Station 3: Trinidad

Um es vorneweg zu sagen, Trinidad ist für mich die schönste Stadt in Kuba. In Trinidad herrscht Kleinstadtflair. Die Stadt hat 75.000 Einwohnern und liegt ziemlich Zentral an der Südküste Kubas.
Durch die bunten Häuser, den engen Gassen und dem Kopfsteinpflaster, merkt man sofort, dass Trinidad eine frühere Kolonialstadt der Spanier war. Mich hat Trinidad sehr stark an Antiqua in Guatemala erinnert.

Um einen ersten Einruck von der Stadt zu gewinnen, sollte man sich  einfach erstmal durch das Labyrinth der Gassen und Treppen mit Kopfsteinpflaster treiben lassen. Das Städtchen ist wirklich traumhaft schön: überall gibt es kleine romantische Innenhöfe und eindrucksvolle bunte Kolonialbauten. In den Innenhöfen verstecken sich viele Cafés und Restaurants. Die Einwohner sind alle sehr freundlich, sitzen am Straßenrand und warten auf den Einruch der Nacht. Am Abend treffen sich Einheimische und Touristen in der „Casa de la Música“. Gleich rechts neben der Kirche am Plaza Mayor führt eine breite Treppe dorthin. Doch bereits die Treppenstufen sind ein zentraler Treffpunkt der Stadt. Hier kann man gut den ganzen Abend verbringen, denn ein Mojito wird von den gegenüberliegenden kleinen Bars auch an den Treppen serviert.

Ausflüge in und um Trinidad

Etwa 10 km außerhalb befindet sich der Hausstrand Trinidads, den Playa Ancón. Dahin kommt man mit einem sogenannten “Coco Taxi”, welches mitten in der Stadt abfährt und um die 5 CUC (ca. 4,50 €) pro Person, Hin und Rückfahrt, kostet. Ich habe mich für ein Fahrrad entschieden und musste ziemlich schwitzen bis ich dort war.

Der Strand gilt zurecht als einer der schönsten Strände an der Südküste. 5 km feinster Sandstrand laden zum Relaxen und Sonnenbaden ein. Das vorgelagerte Korallenriff ist herrlich zum schnorcheln und für den kleinen Hunger zwischendurch findet man alle paar 100 Meter eine kleine nette Bar mit Getränken und Snacks.

Station 4: Varadero

Die Vierte und letzte Station meiner Reise durch Kuba war Varadero. Ehrlich gesagt wusste ich lange nicht, ob ich diese Touristenhochburg ansteuern soll oder nicht. Im Allgemeinen zieht es mich auf Reisen meist nicht an solche Orte.

Drei Nächte habe ich mich über ein deutsche Reiseportal in ein All-inklusive Hotel eingebucht. Das Angebot war so günstig, dass ich nicht widerstehen konnte. Ob ich es bereut habe kann ich nicht sagen. Was ich danach sagen kann: ich habe das jetzt auch mal gemacht und weiß, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass ich zum Wiederholungstäter werde.

Von Varadero gibt es nicht Vieles zu berichten, außer, dass der Strand wirklich traumhaft ist und das Wasser glasklar. Ansonsten reiht sich ein All- inklusive Hotel an dem Anderen.

 

Written by Reisen macht froh