Ein persisches Sprichwort besagt: „Isfahan ist die Hälfte der Welt“ und außerdem angeblich die schönste Stadt im Iran. Ob Isfahan wirklich die schönste persische Stadt ist, muss jeder Reisende selbst für sich entscheiden. Ich selbst war begeistert. Isfahan ist auf alle Fälle eines der größten Touristenmagnete. Das bedeutet allerdings nicht, dass es überall von Touristen nur so wimmelt. Keine Sorge, es kann lediglich mal vorkommen, dass du auch auf andere Touristen triffst. Was man in Isfahan alles gesehen haben sollte, habe ich im folgenden Beitrag zusammengefasst. 

1. Imam Platz (Meydan-e Imam)

Die Seele von Isfahan ist der Platz, wie die Einheimischen ihn nennen. Es verschlägt einem fast den Atem, wenn man ihn zum ersten Mal erblickt. Der prächtige Imam Platz mit seinen 510 x 160 Metern ist nach dem Platz des himmlischen Friedens in China der zweitgrößte und vielleicht schönste Platz der Welt. In der Mitte sind aufwendig gestaltete Springbrunnen und viele grüne Picknickwiesen. Der Imam Platz wird von einem beeindruckenden Arkadenbau und vier wunderschönen Bauwerken gesäumt. Im Süden steht die berühmte Imam-Moschee, im Osten die Lotfullah-Moschee, im Norden befindet sich der Eingang zum Großen Basar und im Westen bietet die Terrasse des Ali-Qapu Palastes einen wundervollen Ausblick auf den Platz.

Nimm dir genügend Zeit, um den Platz zu erleben. Am besten begegnest du dem Platz, in dem du es machst wie die Iraner selbst. Kauf dir ein Safran Eis oder einen frisch gepressten Orangensaft und genieße auf einer Bank oder auf einer Picknick-Decke auf der grünen Wiese das ruhige Treiben der Menschen von Isfahan.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Platz in den frühen Morgenstunden, wenn so gut wie noch niemand unterwegs ist.

2. Imam Moschee (Jame Abassi Moschee)

Die Imam-Moschee  ist eines der Prachtbauwerke und die Zentral-Moschee der Stadt. Von 1612 bis 1629 wurde sie unter Shah Abbas I erbaut. Das Gebetshaus mit ihrem 27 Meter hohen Hauptportal und den 46 Meter hohen Minaretten ist ein Meisterwerk der islamischen Baukunst. Bereits beim Betreten der Moschee kannst du das wunderschöne blaue Fliesenmuster über dem Eingang bewundern. Im Inneren der Moschee geht die Fliesenkunst durchgehend weiter, so dass man aus dem Stauen nicht heraus kommt.

3. Großer Basar (Bazar-e Qeysaiyeh)

Im Norden des Imam Platzes liegt das prächtige Eingangstor in den Basar.  Der Basar wurde zwischen 1602 und 1619 angelegt. In engen überdachten Gassen finden sich Geschäfte, oft nach Handwerkszünften geordnet. Der Basar ist ein Fest für die Sinne, angeboten werden Schmuck, Stoffe, Gewürze, Keramik, aber auch Dinge für den täglichen Bedarf. Immer wieder trifft man auf Überraschungen, beispielsweise auf Brunnen oder kleine Hallen. Will man etwas kaufen, versteht sich das Feilschen von selbst. Der große Basar von Isfahan gilt als einer der größten Basare in ganz Iran.

Für den Basar solltest du dir mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Es lohnt sich wirklich in die Welt der Händler hinabzutauchen.

4. Ali-Qapu-Palast

Ein Besuch des Ali-Qapu-Palastes lohnt sich vor allem wegen dem Panoramablick auf den Imam Platz und den sich auftürmenden Bergen im Hintergrund der Stadt, den die Veranda bietet. Von keinem anderen Ort hat man so einen guten Blick auf den Platz. Um die Herrlichkeit des Platzes zu verstehen, solltest du  die Wendeltreppen hinaufsteigen. Am besten besuchst du den Ali-Qapu-Palast am späten Nachmittag, wenn die Sonne bereits tief steht und den Arkadenbau sowie die Moscheen in ein warmes Licht tauchen.

5. Lotfullah Moschee

Die Moschee mit ihrer einfarbigen, hellen Kuppel und der türkisfarbenen Hülle ist innen und außen mit kostbaren Kacheln geschmückt und wurde in der Zeit von 1603 bis 1616 errichtet. Je nachdem wie die Sonne steht, verändern sich die Kuppelfliesen von Rosa über Beige bis Karamellfarben.

Das Gebäude und sein weiterer Zweck bergen bis heute Geheimnisse. Die Inschrift im Portal weist es als Moschee aus, aber die Anlage verfügt weder über kein Minarett noch über einen für Moscheen ebenfalls üblichen Innenhof mit Waschgelegenheit.

6. Khaju Brücke (Pol-e Khaju)

Wenn du mal aus der Stadt raus möchtest, findest du am Ufer des Zayandehrud-Flusses etwas Abkühlung. Am besten du fährst mit dem Taxi zur Si-o-se Pol Brücke und schlenderst entlang des grünen Flussufers bis zur  Khaju Brücke. Sie ist sicherlich die schönste aller Brücken von Isfahan. Bewundernswert sind vor allem die doppelstöckigen Arkadengängen. An und auf der Brücke ist immer was los. Es wird gequatscht, gelacht, gesungen und gegessen.

7. Jame Moschee (Masjed-e Jame)

Die Freitagsmoschee wurde 755 nach Christus erbaut und gilt als eines der schönsten Bauwerke der Stadt. Die heutige Moschee ist das Ergebnis unzähliger Bau- und Restaurierungsarbeiten über viele Epochen hinweg. Die Jame Moschee liegt bei einem weiteren großen Platz namens Sabze-Meydan. Er befindet sich am Ende des großen Basars und gilt als eine der ältesten noch bestehenden Moscheen des Landes.

8. Imamzadeh Jafar und Ismail

Die Grabstätte Imamzadeh Jafar ist nicht einfach zu finden, doch wenn du von der Freitagsmoschee auf dem Weg zurück zum Basar bist, lohnt es sich, sie zu suchen. Die Grabstätte von Ja’far ibn Abī Tālib, welche in einem sechseckigen Turm mit wunderschönen türkisblauen Mosaiken untergebracht ist, liegt sehr ruhig in einem Hinterhof. Neben dem Turm befinden sich inzwischen weitere Gräber von bekannten Geistlichen der Stadt.

9. Das Hotel Abbasi

Einst eine Karawanenhof, heute ein Luxushotel. Die Rede ist vom berühmten Hotel Abbasi. Die restaurierten Arkadengänge, die kühlenden Springbrunnen und die Schatten spendenden Palmen bieten den perfekten Platz für eine Ruhepause auf deiner Erkundungstour durch Isfahan. Das luxuriöse Hotel empfängt jeden Gast gerne, von daher kannst du selbstbewusst durch die Lobby gehen, um in den Innenhof zu gelangen. Im Innenhof befindet sich ein Cafe.

10. Das Armenisches Viertel (Jolfa)

Das armenische Viertel befindet sich auf der anderen Seite des Flusses und ist gut mit dem Taxi erreichbar. Es nennt sich Jolfa nach der Stadt Jolfa im Nordosten des Landes, in der viele christliche Armenier wohnten. Heute wohnt die christliche Minderheit Isfahans in Jolfa. Deswegen ist es auch als christliches Viertel bekannt. Ich finde, dass Jolfa das europäischste Viertel in Isfahan ist. Es scheint besonders hippe, moderne, junge Iraner anzuziehen, die eher zur Mittel- bis Oberschicht gehören. Die Straßen sind sauber und grün. Die Hauptsehenswürdigkeit im armenischen Viertel ist die Vank Kathedrale. Es ist eine bunt verzierte kleine Kirche. Von außen sieht sie fast aus wie eine Moschee. Von innen erzählen diverse Fresken die bekanntesten Inhalte der Bibel wieder: Jesu Geburt, seine Kreuzigung oder auch die Einteilung in Himmel, Erde und Hölle.

11. Messo Qali Cafe

Nur einige Meter vom Hauptplatz entfernt, befindet sich das Messe Mali Cafe. Das Cafe befindet sich in einem ruhigen Hinterhof und lädt zum Verweilen ein. Ich verbrachte insgesamt 3 Tage und 3 Nächte in Isfahan und war täglich meistens zwei Mal an diesem wundervollen Ort.

 

Übernachtung und Anreise

Auch wenn die Anzahl an Hotels in Isfahan gar nicht so gering ist, gibt es für Low Budget Reisende nur wenige, günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Ich selbst war im Amir Kabir Hostel welches sicherlich kein Schmuckstück ist, dennoch kann ich das Hostel wegen dem hilfsbereiten Personal mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Nach Isfahan gelangst du bequem und kostengünstig mit dem VIP Bus von Teheran, welcher täglich nahezu jede Stunde vom Beyhaqi Terminal (Argentin Square) abfährt. Auch in andere größere Städte im Iran gibt es direkte Busverbindungen von Isfahan, beispielsweise nach Yazd oder Kashan. Informiere dich am besten in deinem Hostel.

Written by Reisen macht froh