Roadtrip durch Jordanien – ein kleines, feines Königreich!

Jordanien wird aufgrund der Konflikte in seinen Nachbarländern häufig als unsicheres Reiseland eingeschätzt und steht deswegen nicht so hoch im Kurs von Reisenden. Hinzu kommt, dass Jordanien sehr oft auf die Weltkulturstätte Petra reduziert wird. Doch das Königreich Jordanien hat weit aus mehr zu bieten als „nur“ die berühmte Felsenstadt Petra. Von der Wüste Wadi Rum mit ihren leuchtend roten Dünen und der quirligen Hauptstadt Amann. Die  farbenfrohe Unterwasserwelt im Roten Meer bis hin zum Naturwunder des Toten Meeres bietet Jordanien unzählige Highlights für jeden Geschmack.

Eine Reise durch Jordanien lohnt sich und das kleine Land im Nahen Osten eignet sich hervorragend für eine individuelle Rundreise mit dem eigenen Mietwagen. Wir haben in nur zwei Wochen unglaublich viel gesehen und erlebt, da das Land im Vergleich zu anderen Ländern doch sehr klein ist. Sollte man noch weniger Zeit haben ist auch das machbar.

Jor­da­ni­en wird seit 1999 von dem west­lich ori­en­tier­ten Kö­nig Ab­dul­la II bin Al Hus­sein re­giert. Er schuf eine fried­li­che Oase in­mit­ten kri­sen­ge­plag­ter Län­der. Der offizielle Name Jordaniens lautet Haschemitisches Königreich Jordanien. Die Hautptstadt ist Amman. Weitere Großstädte sind Zerqa, Aqaba und Irbid. Jordaniens höchster Berg ist der Um Adami (1.854 m) bei Wadi Rum. 80 % der Gesamtfläche Jordaniens besteht aus Wüste. Jordanien hat 9,5 Millionen Einwohner, davon leben 4 Millionen in  Amman. Jordanien liegt in Vorderasien. Seine Nachbarländer sind im Westen Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete, im Norden Syrien, im Osten Irak, im Osten und Süden grenzt Saudi-Arabien an.

Beste Reisezeit für Jordanien

Die beste Reisezeit für einen Roadtrip durch Jordanien ist zwischen März bis Mai, sowie zwischen September bis November. In diesen Monaten sind die Tage warm und die Nächte angenehm kühl. Im Juli und August ist Sommer in Jordanien und die Temperaturen unerträglich heiß, was das Reisen erschwert. Ein Besuch der Wüste Wadi Rum ist sicherlich fast nicht machbar. In den Wintermonaten von Dezember bis Februar ist es hingegen deutlich kühler, allerdings muss man dann auch immer wieder mit Regenschauern rechnen. Im Süden rund um Aqaba und am Toten Meer herrschen ganzjährig warme Temperaturen.

Wir waren im April in Jordanien, die Tagestemperaturen lagen zwischen 20°C und 30°C je nach Region und die Nächte waren stets angenehm kühl.

Einreisebestimmungen für Jordanien

Für eine Rundreise durch Jordanien benötigt man einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass, ein gültiges Rückflugticket (bei Ausreise mit dem Flugzeug) sowie ein Touristenvisum, dass man entweder vorab bei der jordanischen Botschaft in Berlin beantragen kann oder  direkt am Internationalen Flughafen Queen-Alia bei der Einreise ausstellen lassen kann. Die Kosten für ein Touristenvisum bei einmaliger Einreise belaufen sich auf 40 JOD (2 Monate gültig), für eine zweifache Einreise 60 JOD (3 Monate gültig) und für mehrfache Einreisen 120 JOD (6 Monate gültig). Die Gebühren für das Visum müssen in der Landeswährung Jordanische Dinar (JOD) bezahlt werden. Am Internationalen Flughafen gibt es bereits vor der Passkontrolle eine ATM sowie Wechselstuben, an dem man Geld mit der Kreditkarte abheben oder Geld wechseln kann.

Tipp: vorab den Jordan Pass besorgen! Man spart dadurch nicht nur für alle gängigen Touristenattraktionen die Eintrittsgebühren, die Kosten für das Visum entfallen auch. Den Jordan Pass kannst man online über die offizielle Website kaufen und ausdrucken. Infos:  Jordan Pass.

 

Kosten: Wie viel kostet eine Reise nach Jordanien?

„Jordanien ist kein billiges Reiseland“ – diesen Satz haben wir im Vorfeld öfters gelesen, diesen aber nicht so ernst genommen. Wir waren zu zweit unterwegs und haben im Tagesschnitt 85€ pro Person gebraucht (zuzüglich Hin- und Rückflug von Zürich nach Amman). Manches ist wirklich günstig, allerdings stellten wir auch immer wieder fest, dass einiges fast gleich viel kostet als in Deutschland.

Sprache in Jordanien

Die Amtssprache in Jordanien ist Arabisch. Daneben gibt es vor allem in den Wüstenregionen viele lokale Beduinendialekte. Aber keine Sorge, mit Englisch kann man sich in Jordanien gut verständigen. Auf Schildern findet man nicht nur die arabische Schrift, sondern auch die romanischen Buchstaben.

Essen

Essen & Trinken in Jordanien

Das Essen in Jordanien ist überall sehr lecker. Auch als Vegetarier kommt man ganz gut durchs Land, allerdings muss man sich dann an die Vorspeisen halten.

Das Frühstück in Jordanien besteht meist aus frischem Fladenbrot, dazu wird Hummus (pürierte, gewürzte Kirchererbsen), Olivenöl,  sowie Streichkäse und Marmelade gereicht. Traditionell gibt es Schwarzen Tee. Als Alternative gibt es löslichen Kaffee.

Abends werden gerne Mezzah gereicht, dabei handelt es sich um verschiedene Vorspeisen wie Hummus und Fladenbrot, Falafel Bällchen, Mutabbal (gewürzte, pürierte Auberginen Creme), gefüllte Weinblätter oder verschiedene Salate sowie Taboulé. Die Hauptspeisen sind dann sehr fleischlastig und bestehen aus gegrillten Huhn oder Lamm und werden vorwiegend zusammen mit Reis, Gemüse und Fladenbrot gereicht. Das jordanische Nationalgericht heißt Mansaf und ist eine Mischung aus Reis, Lamm und Jogurt.

Es wird selten Alkohol verkauft. Da Muslime aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinken, wird dieser auch fast nie angeboten. In manchen touristischen Restaurants gibt es Wein und Bier. Die Preise für ein Glas liegen zwischen 6-8 €. Mein Tipp: einfach während der gesamten Reise keinen Alkohol trinken.

Mit dem Mietwagen durch Jordanien reisen

Das Fahren auf Jordaniens Straßen ist unkompliziert. Es herrscht Rechtsverkehr und die Straßen sind selten voll. Ausnahme ist Amman, aber auch hier herrscht kein Chaos. Die Straßen sind meistens gut, mit Schlaglöchern oder kleinen Erhebungen muss man aber immer rechnen.

Flüge nach Jordanien

Mit Royal Jordanian gibt es Direktflüge (Dauer: ca. 4 Stunden) ab Frankfurt , München, Berlin  nach Amman. Ab Zürich gibt es leider keine Direktflüge. Dadurch verlängert sich  die Reisezeit auf 6-8 Stunden. Zu manchen Jahreszeiten fliegt auch Ryanair die Hauptstadt Amman an.

 

Reiseroute in Jordanien

 Amman (Ankunft)

Amman – Madaba (mit Tagesausflug Mount Nebo und Totes Meer)

Madaba – (über Ritterburg Kerak – Nationalpark Dana) – Wadi Musa (Felsenstadt Petra)

Wadi Musa – Akaba (Rotes Meer) 

Akaba – Wüste Wadi Rum

Wadi Rum – Totes Meer

Totes Meer – Jerash

Jerash – Amman (Abflug)

Wir hatten unsere Route im Vorfeld nicht geplant, würden Sie aber genauso wieder machen. Falls man weniger Zeit zur Verfügung hat, dann kann man Jerash auch von Amman aus besichtigen. Ebenso kann man den zweiten Besuch am Toten Meer weglassen und von Wadi Rum dann direkt zurück nach Amman fahren.

Station 1: Die Hauptstadt Amman

Die meisten Reisenden landen in der Hauptstadt Am­man. Vom in­ter­na­tio­na­len Flug­ha­fen Queen Alia Air­port aus, er­reicht man die In­nen­stadt in­ner­halb ei­ner halben Stun­de. Am­man wur­de ur­sprüng­lich auf sieben Hügeln er­baut und er­streckt sich heu­te auf 19 Hü­geln. Am­man be­sitzt an und für sich kei­ne be­son­de­ren bau­li­chen High­lights, doch durch die Ver­klei­dung der Häu­ser mit dem beige­far­be­nen Sand­stein wirkt sie freund­lich und hell. Ein abend­li­cher Bum­mel durch Downtown und die Souks hat uns be­son­ders gut ge­fal­len. Das le­ben­di­ge Flair und die freund­li­chen, un­auf­dring­li­chen Men­schen sind toll. Mit dem Zi­ta­del­len­hü­gel und dem Rö­mi­schen Thea­ter, wel­che mit­ten in der Stadt lie­gen, bie­tet Am­man zu­dem zwei be­son­de­re Se­hens­wür­dig­kei­ten.

Das Römische Theater

Ziemlich zentral steht in Amman ein fast 2000 Jahre altes römisches Theater. Es ist riesig. In Zahlen ausgedrückt: hier passen 6000 Zuschauer hinein, es wurde im zweiten Jahrhundert errichtet und wird im Sommer auch heute noch regelmäßig für Veranstaltungen genutzt. Besucher können das Theater tagsüber erkunden (Eintritt 3JD oder JordanPass) und von ganz oben einen super Blick auf die Stadt und die Zitadelle genießen.

Die Zitadelle von Amman

Auf dem höchsten Hügel in Amman befindet sich die Zitadelle, eine seit der Bronzezeit bewohnte Festung. Die Ruinen und Gebäude aus der Römischen, Byzantinischen und Umayyad-Zeit sind auch heute noch umschlossen von einer fast zwei Kilometer langen Steinmauer. Wir haben uns viel Zeit gelassen zum Erkunden und dabei immer wieder den Blick auf Amman genossen. Von hier oben hat man  eine Panoramasicht vom Feinsten. Inklusive Auf- und Abstieg sollte man mindestens drei Stunden Zeit einplanen.

Zitadelle Amman

Der Herkulestempel

Unser Highlight in der Zitadelle waren die Überreste vom Herkulestempel. Die riesigen Säulen vor dem Panorama von Amman haben es uns einfach angetan. Vom Tempel selbst ist nicht mehr allzu viel übrig.

Der Umayyad Palast

Nach den Römern hinterließen auch die Araber ihre Spuren auf der Zitadelle. Sie bauten den Umayyad Palast, der aus einer Vielzahl an Gebäuden besteht. Das größte Gebäude ist die Eingangshalle mit ihrer beeindruckenden Kuppel. Eine alte Straße, die zum Eingang führt ist noch relativ gut erhalten. Die übrigen Gebäude sind schon kurz nach ihrer Errichtung um 750 von einem Erdbeben zerstört worden. Der Palast wird auch als  „Wei­ße Stadt“ bezeichnet, wel­che zu den äl­tes­ten Sied­lungs­plät­zen der Welt zählt.

Blaue Moschee Amman

König-Abdullah-Moschee („Blaue Moschee“)

Die bis 2006 bedeutendste Moschee von Jordanien ist die König-Abdullah-Moschee mit ihrer charakteristischen blauen Kuppel und den beiden futuristisch anmutenden Minaretten. Die zweitgrößte Moschee Jordaniens entstand zwischen 1982 und 1986 im Auftrag des damaligen Königs Hussein I. Das Design der König-Abdullah-Moschee wurde vom deutschen Architekten Jan Cejka entworfen. Im Jahre 2006 wurde in Amman die noch größere Mosche König-Hussein-bin-Talal-Moschee eingeweiht. Im Gegensatz zu dieser können Nicht-Muslime die Blaue Mosche besichtigen.

 

Station 2: Madaba – die Stadt der Mosaike

Nur eine knappe Autostunde von Amman entfernt, liegt das Städtchen Madaba. Der Internationale Flughafen von Amman ist gleich weit von Madaba entfernt, wie das Zentrum von Amman. Wir haben uns tatsächlich überlegt, ob wir die letzte Nacht vor unserem Abflug in Madaba verbringen sollen. Letztendlich sind wir dann doch von Amman aus zum Flughafen, da die Abgabestation unseres Mietwagens im Zentrum von Amman lag.

Ma­da­ba wird we­gen ih­rer vie­len his­to­ri­schen Mo­sai­ke auch als „Stadt der Mo­sai­ke“ be­zeich­net. Die St. Georgs Kirche über­rascht mit ei­ner by­zan­ti­ni­schen Mo­sa­ik­land­kar­te aus dem 6. Jahr­hun­dert n. Chr. Sie zeigt das Hei­li­ge Land mit Je­ru­sa­lem als Mit­tel­punkt. Im ar­chäo­lo­gi­schen Mu­se­um gibt es wei­te­re Mo­sai­ke aus by­zan­ti­ni­schen Kir­chen zu be­stau­nen. Eintritt St. Ge­orgs Kir­che 1 JD (nicht im Jor­dan Pass in­klu­diert). Im Vergleich zu Amman ist Madaba ganz gemütlich und ein guter Standort um eine Tagestour zum Mount Nebo und zum Toten Meer zu unternehmen.

St. Georges Church

Übrigens, wir haben in Madaba im  Moab Hotel übernachtet. Das Hotel befindet sich direkt im Zentrum und wir hatten vom Zimmer aus direkten Blick auf die St. Georges Kirche. Das Frühstück wird auf einer Dachterasse serviert. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf Madaba.

 

Tagestour von Madaba zum Mount Nebo und zum Toten Meer

Zum Mount Nebo ist es von Madaba ein Katzensprung. Er liegt nur 10 Kilometer von Madaba entfernt, sodass man in 15 Minuten mit Auto da ist.

Mount Nebo

Jabel Nebo heißt übersetzt hoher Berg, wobei er eigentlich nur 800 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Von hier aus hat man eine sensationelle Sicht bis nach Israel und zum Toten Meer. Moses ist laut Bibel in Ägypten losmarschiert, um sein Volk in das gelobte Land zu führen. Bis zum Mount Nebo hat er es geschafft und sah auch noch das gelobte Land. Allerdings ist er dann hier auf Mount Nebo,  im Alter von 120 Jahren verstorben.

Neben dem Ausblick ist die Moses Memorial Church ein weiteres Highlight. Der Boden der Kirche besteht größtenteils aus Mosaiken, die aus dem sechsten Jahrhundert stammen. Vor ein paar Jahren wurde die Kirche aufwendig saniert, so dass sich ein Besuch wirklich lohnt. Der letzte hohe Besuch ist schon eine Weile her. Im Jahre 2000 besuchte Papst Johannes Paul II. Mount Nebo und pflanzte damals einen Olivenhain.

Abstecher ans Tote Meer

Von Mount Nebo führt die Straße steil hinunter zum Toten Meer. Bevor wir ins Wasser springen wollten, machten wir noch einen Abstecher zum Dead Sea Panorama View. Ein Weg, der sich wirklich lohnt, denn von hier aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf das Tote Meer und nach Israel.

Von dort stürzt die Strasse ab zum Toten Meer auf minus 400 Meter unter Meeresspiegel. Seezugang gibt es nur über kostenpflichtige Badestätten: Dead Sea Beach (mit Umkleide & Duschen) oder über etliche Luxus-Hotels. Nach kurzem Suchen, fanden wir dann doch noch eine Badestelle. Schwerelos im Toten Meer zu treiben ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Dieser Moment war für mich immer schon ein absolutes Bucketlisterlebnis.

Ritterburg Kerak

Die Gebietshauptstadt Kerak im mittleren Westen von Jordanien liegt an der heutigen Königsstraße und war in ihrer Jahrtausende alten Geschichte bereits Sitz vieler Herrscher. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage inmitten fruchtbarer Hügel siedelten hier bereits im 9. Jahrhundert vor Christus die Moabiter, gefolgt von Assyrern, Nabatäern, Römern, Byzantinern und Arabern. Auf dem Weg von Madaba nach Petra lohnt sich ein Stop auf alle Fälle. Vor allem der Ausblick ins Umland ist atemberaubend. Wir haben 1,5 Stunden in Kerak pausiert und nach der Besichtigung noch einen Schwarztee auf dem kleinen Platz getrunken, bevor es dann wieder weiter ging.

Atemberaubende Aussichten im Dana Valley

Der Dana Nationalpark ist mit 320 Quadratkilometern das größte Naturreservat Jordaniens und liegt auf der Strecke zwischen Madaba und der antiken Felsenstadt Petra. Von hier aus kann man wirklich traumhaft schöne Wanderungen durch die außergewöhnliche Natur unternehmen.

Mein Tipp: Falls es irgendwie geht, unbedingt eine Tagestour durch den Park mit einplanen. Wir selbst hatte keine Zeit mehr, allerdings haben wir sehr viele begeisterte Reisende getroffen, die die Wanderung schon hinter sich hatten.

 

Station 3: Felsenstadt Petra

Das absolute Highlight bei jeder Jordanien Rundreise: das Weltwunder Petra! Für die antike Felsenstadt Petra hatten wir ein Zweitagesticket, was sich als die absolut richtige Entscheidung erwiesen hat. Die Nabatäerstadt ist eben nicht nur der weltberühmte Siq und die Schatzkammer, sondern vor allem ein riesengroßes Areal mit endlosen Wanderwegen, Unmengen an Tempeln, Heiligtümern und genialen Aussichtspunkten. Möchte man ein bisschen mehr von diesem faszinierenden Weltwunder entdecken, ist das an einem Tag nicht zu schaffen. Alle Reisenden, die Petra besuchen und erkunden wollen, wohnen in Wadi Musa. Gefühlt besteht die ganze Stadt aus Hotels und Guesthäuser. Das Angebot erscheint auf den ersten Blick fast endlos. Wir hatten Glück und kamen in einem kleinen familiengeführten Guesthouse „Petra 555“ unter. In Wadi Rum lässt sich nicht so gut essen, deshalb genossen wir jeden Abend das Essen direkt im Guesthouse.

Tipp: gegen 9 Uhr kommen meist die Reisebusse in Massen am Haupteingang an. Will man anfangs des Tages ein wenig die Ruhe in den Ruinen genießen, empfiehlt es sich bereits um 6 Uhr am Eingang zu stehen. Wir sind zwei Mal um 6 Uhr gestartet und haben die ersten drei Stunden der Ruhe sehr genossen.

Einen eigenen Bericht speziell nur zu Petra findest du hier

Station 4: Aqaba – der jordanische Zugang zum Roten Meer

Aqaba ist eine mittelgroße, quirlige Stadt am Roten Meer. Es gibt entweder Unterkünfte direkt im Ort, oder am bekannten South Beach etwa 15 Kilometer außerhalb von Aqaba. Wir wohnten in der Stadt und mussten allerdings dann zum Badestrand mit dem Auto fahren. Der Stadtstrand ist zwar auch interessant, allerdings kann man dort als Frau nicht Baden gehen. Meine Tochter wollte unbedingt ins Wasser springen und so sind wir dann zwei Mal an den privaten Strandabschnitt „Berenice Beach Club“ gefahren. Der Eintritt pro Person kostet 18€ (inkl. ein Strandtuch, Sonnenschirm und Strandliege). Trotz aller Hindernisse, genossen wir die Strandtage zwischen der Felsenstadt Petra und der Wüste Wadi Rum.

Station 5: Wadi Rum – auf den Spuren von Laurence von Arabien

Auf jeder Reise kommt immer irgendwann der Moment, wo man spürt, dass man gerade den Höhepunkt erlebt: auf unserer Jordanienreise schaffte dies die Wüstenlandschaft in Wadi Rum, uns noch mal so richtig aus den Socken zu hauen. Schnell war uns klar, dass für uns dieser Ort  der Höhepunkt darstellte. Was ein Erlebnis!

Das Wadi Rum ist eine Fels- und Sandwüste im Süden von Jordanien. Sie ist ungefähr 100 Kilometer lang und 60 Kilometer breit. Entstanden ist die Landschaft vor 30 Millionen Jahren als ein Riss den Jordangraben und das Rote Meer schuf. Durch Erosion ist der rote Sandstein über die Jahre zu den skurrilen Formationen geformt worden, die die Wüstenlandschaft heute so wunderschön und fotogen machen.

Übrigens: ein Teil des Films Der Marsianer mit Matt Damon ist im Wadi Rum gedreht worden. Berühmt geworden ist die Wüste durch Lawrence von Arabien, der in seinem Buch Die Sieben Säulen der Weisheitvon der Wüste schrieb. Auch im Film zu Lawrence von Arabien spielte die Wüste ein wichtige Rolle.

Mit einem Mietwagen  ist die Anreise unproblematisch. Vom Desert Highway, der zwischen Aqaba und Ma’an verläuft, führt eine Straße direkt ins Wadi Rum Village. Um in den Nationalpark Wadi Rum zu fahren, muss man einmal 5JD Eintritt zahlen oder den Jordan Pass besitzen. Die Straße zum Wadi Rum Village ist gut befahrbar. Im Dorf selbst gibt es einen großen Parkplatz, wo man den Mietwagen abstellen kann. Von dort aus wurden wir dann von unserem Wüstencampbesitzer mit einem 4×4 Jeep abgeholt. Parken und Abholung ist bestens organisiert. Die Camps in Wadi Rum sind sicherlich alle ähnlich, doch dieses Mal können wir unser Besuchtes nur wärmsten empfehlen. Wir verbrachten zwei Nächte im Camp und unternahmen mit dem Besitzer eine Tagestour mit dem Jeep durch die Wüste.

Empfehlung: Wadi Rum Magic Nature Camp

Nochmals zurückzukommen zur Tagestour mit dem Jeep. Es handelte sich tatsächlich um eine Tagestour. Wir sind morgens zusammen um 9 Uhr gestartet und kehrten erst nach Sonnenuntergang um 19.30 Uhr zurück ins. Die Jeeptour wurde immer wieder unterbrochen und wir durften etliche Strecken auch zu Fuß hinter uns bringen. Außerdem hielten wir zur Mittagszeit an einer Felsspalte an und machten dort Mittagspause mit organisiertem Essen. Kurz: es war wirklich ein perfekter Tag.

Station 6: zurück ans Tote Meer

Nach den Erlebnissen in der Felsenstadt Petra und den Erfahrungen in Wadi Rum zog es uns regelrecht noch einmal ans Tote Meer. Wir wollten unbedingt nochmals das „Nicht-schwimmen-müssen-Erlebnis“ erleben und so buchten wir uns spontan für eine Nacht in die Luxusmeile am Toten Meer ein. Am nördlichen Ende des Meeres stehen sämtliche internationale Hotelketten (Hilton, Ramada, Marriott, Möwenpick) nebeneinander. Der Preis für eine Nacht ist in allen Anlagen ähnlich teuer. Will man in Ruhe am Toten Meer ausgiebig baden, gibt es allerdings keine richtige Alternative.

Station 7: Jerash

Jerash liegt nur 50 Kilometer nördlich von Amman und vom Toten Meer waren wir nur zwei Stunden unterwegs. Jerash, die antike römische Stadt Garasa, auch als Pompeji des Ostens bezeichnet, sollte jeder auf seinem Programm haben. Wir waren fasziniert, wie einmalig gut Jerash erhalten ist. Hier bekommt man eine Vorstellung vom Leben einer florierenden römischen Provinzstadt.

Schon im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung soll Jerash bewohnt worden sein. So richtig an Bedeutung gewann es aber erst im 1. Jahrhundert als die Römer immer weiter expandierten. Jerash etablierte sich als Handelsstadt und kam so zu einigem Reichtum. Das erklärt auch, weshalb hier so viele pompöse Gebäude errichtet wurden. Ein Großteil der Bevölkerung ist 747 bei einem Erdbeben ums Leben gekommen und damit nahm die Besiedlung von Jerash wieder ab. Bis ins 18. Jahrhundert hinein  soll die Stadt nicht mehr bewohnt gewesen sein.

Wir haben uns viel Zeit zum Erkunden des großen Geländes gelassen und waren insgesamt drei Stunden vor Ort. Auch wenn man das Ganze schneller macht, benötigt man bestimmt 1,5 bis 2 Stunden in Jerash.

Jerash war unsere letzte Station in Jordanien bevor es danach wieder zurück in die Hauptstadt ging. Die meisten Besucher übernachten nicht in Jerash und kommen aus Amman zu den Ruinen. Uns hat es in Jerash gefallen, vor allem auch, weil wir direkt an den Ruinen ein entzückendes kleines Guesthouse gefunden hatten, das Ruins Wall Hotel&Hostel.

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