Osaka – nicht jede Stadt muss begeistern

Osaka war ehrlich gesagt die Stadt, die mir auf unserer Japanreise am wenigsten gefallen hat. Nach unseren bisherigen Erlebnissen in Japan hatte ich mir irgendwie mehr erhofft, aber so richtig warm geworden bin ich mit Osaka nicht. Die Stadt ist riesig, laut und an vielen Stellen ziemlich hektisch. Natürlich gibt es auch hier einiges zu entdecken, aber im Vergleich zu den anderen Städten, die wir besucht haben, hat mich Osaka einfach weniger begeistert.

Der eigentliche Grund, weshalb sich unser Aufenthalt trotzdem gelohnt hat, war die Weltausstellung Expo 2025. Auf diesen Besuch hatte ich mich besonders gefreut und für mich war die Expo auch ganz klar das Highlight unserer Tage in Osaka.

Auch die Sehenswürdigkeiten in Osaka haben mich im Vergleich zu Tokio oder Kyoto weniger begeistert. Natürlich gibt es einiges zu sehen, aber für die wichtigsten Orte reichen meiner Meinung nach zwei Tage völlig aus. Wir haben uns die Stadt trotzdem ausführlich angeschaut und ich stelle euch im Folgenden die Sehenswürdigkeiten vor, die wir besucht haben.

Dōtonbori: Zwischen Flussufer, Leuchtreklamen und Menschenmengen

Dōtonbori gehört zu den bekanntesten Vierteln Osakas und ist vor allem für seine vielen Restaurants, Geschäfte und riesigen Leuchtreklamen bekannt. Besonders abends ist hier unglaublich viel los und entlang des Kanals drängen sich die Menschen durch die Straßen. Mir persönlich war das alles etwas zu viel. Natürlich sind die bunten Reklametafeln und die vielen Lichter beeindruckend, aber wirklich gefallen hat mir das Viertel nicht. Wir sind eine Weile herumgelaufen, haben uns alles angeschaut und waren dann auch froh, dem Trubel wieder zu entkommen.

Unweit des Kanals befindet sich die Ebisu-Brücke, einer der meistfotografierten Orte der Stadt. Von hier aus fällt der Blick auf ein weithin bekanntes Leuchtsymbol: den laufenden Athleten der Firma Glico. Obwohl das Motiv sportlich wirkt, steht es für einen japanischen Süßwarenhersteller, der unter anderem die Snackstangen produziert, die außerhalb Japans häufig als Mikado bekannt sind.

Empfehlenswert ist ein Besuch in den späten Nachmittagsstunden. So lässt sich das Viertel zunächst im Tageslicht erkunden, bevor mit Einbruch der Dunkelheit die Reklametafeln die Szenerie bestimmen und Dōtonbori sein charakteristisches Nachtbild entfaltet. Ja klar, wenn es dann dunkel wird und alles leuchtet ist der Bereich schon schön sich anzuschauen.

Osaka Castle (Ōsaka-jō)

Die Burg von Osaka gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und die wollten wir uns natürlich auch anschauen. Schon von Weitem sieht man den großen Hauptturm mit seinen grünen Dächern, der von einem weitläufigen Park mit alten Mauern und Wassergräben umgeben ist.

Leider hatten wir ausgerechnet an diesem Tag mit einer unglaublichen Hitze zu kämpfen. Die Sonne brannte regelrecht vom Himmel und auf dem riesigen Gelände gab es kaum Schatten. Wir sind trotzdem eine ganze Weile herumgelaufen, aber ehrlich gesagt hatten wir irgendwann kaum noch Lust, uns alles genauer anzuschauen. Bei etwas angenehmeren Temperaturen hätten wir uns sicherlich mehr Zeit genommen, denn die Burg selbst ist wirklich sehenswert.

Im Hauptturm befindet sich heute ein Museum zur Geschichte der Burg. Von der obersten Etage hat man außerdem einen Blick über Osaka. Auch ohne Eintritt kann man sich große Teile der Anlage anschauen, was wir angesichts der Hitze allerdings nicht so richtig genießen konnten.

Kuromon Ichiba Market

Der Kuromon Ichiba Market ist der bekannteste Lebensmittelmarkt Osakas und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtteil Namba. Der Markt ist überdacht und erstreckt sich entlang einer kompakten Passage, die auf beiden Seiten von kleinen Geschäften und Imbissständen gesäumt ist.

Das Angebot konzentriert sich vor allem auf frische Produkte aus dem Meer, darunter Fisch, Schalentiere und weitere Spezialitäten der japanischen Küche. Viele Stände bieten die Waren nicht nur zum Verkauf, sondern auch direkt zum Verzehr an, was den Markt besonders für BesucherInnen interessant macht, die lokale Speisen ausprobieren möchten. Auch typische Gerichte aus Osaka, wie Takoyaki, sind hier an mehreren Stellen erhältlich.

Auch hier hatten wir ein wenig mehr erhofft: Anstelle eines wilden Treibens begrüßte uns der Markt eher mit einer menschenleere und Stille.

America-mura – endlich mal ein Viertel nach unserem Geschmack

Deutlich mehr Spaß hatten wir dagegen in America-mura, einem Viertel mit vielen kleinen, ziemlich coolen Läden, ausgefallener Kleidung und jeder Menge Streetwear. Wir sind eine ganze Weile durch die Straßen geschlendert und haben uns vor allem die Geschäfte angeschaut, von denen einige wirklich ungewöhnlich waren. Auch die vielen jungen Leute mit ihren teilweise ziemlich verrückten Outfits fanden wir interessant. Sogar eine kleine Freiheitsstatue steht hier oben auf einem Dach. In America-mura hätten wir jedenfalls noch deutlich länger bleiben können, ganz im Gegensatz zum überlaufenen Dōtonbori.

Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Orange Street, die sich deutlich ruhiger und strukturierter präsentiert. Hier hat uns vor allem die Mischung aus unabhängigen Boutiquen, Möbel- und Interieurgeschäften sowie stilvollen Cafés gefallen. Wir fanden die Gegend insgesamt ziemlich cool und hipp und haben deutlich mehr Zeit in den Läden verbracht als geplant.

Wissenswert: Die Orange Street (Tachibana-dori) wurde kürzlich (Oktober 2025) vom internationalen Stadtmagazin Time Out als eine der coolsten Straßen der Welt ausgezeichnet und belegte im globalen Ranking den zweiten Platz. Ausschlaggebend für die Bewertung war die besondere Mischung aus unabhängigen Boutiquen, Design- und Streetwear-Shops, Cafés sowie dem insgesamt sehr lokalen, kreativen Charakter der Straße. Damit gilt die Orange Street als gutes Beispiel für das zeitgenössische, urbane Osaka abseits klassischer Sehenswürdigkeiten.

Was wir leider zeitlich wegen dem Besuch der Weltausstellung nicht mehr hinbekommen haben, ist der Besuch des Umeda Sky Building (Kuchu Teien Observatory). Solltest du in Osaka sein, ist dies sicherlich empfehlenswert.

Ähnliche Beiträge

2 Kommentare

  1. Hallo Reisen macht froh, ich habe mit meiner Freundin schon der Flug gebucht. Wir fliegen Anfang August nach Tokio. Alle sagen, dass es zu beißt ist, von daher freue ich mich, dass du auch im August in Japan warst. Deine Berichte habe ich mit voller Begeisterung gelesen und wir haben die gleiche Route geplant. Vielen Dank, deine Berichte sind wundervoll!
    Grüße aus Stuttgart
    Nadine

    1. Hallo Nadine, im August ist es schon sehr heiß und wir waren oft total fertig von der Hitze. Es gibt aber auch tatsächlich einen Vorteil: im August sind weniger Touristen im Land und du kannst die Sehenswürdigkeiten ohne Anstehen besichtigen. Habt ne gute Zeit, Japan ist fantastisch! Liebe Grüße Thorsten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert