Nordnorwegen: Von Tromsø über Senja bis zu den Vesterålen

Norwegen hat uns schon bei unserer ersten Reise begeistert und irgendwie kommen wir seitdem nicht mehr so richtig von diesem Land los. Inzwischen waren wir vier Jahre hintereinander dort unterwegs, dieses Mal sogar einen ganzen Monat. Dabei haben wir schon einiges von Norwegen gesehen. Trotzdem gibt es noch so viele Gegenden in Norwegen, die wir überhaupt nicht kennen. Und jedes Mal, wenn wir nach Hause kommen, steht eigentlich schon fest: Das war bestimmt nicht unser letzter Besuch.
Tromsø kannten wir bereits aus dem Winter. Damals lag überall Schnee, wir waren auf der Suche nach Nordlichtern und fuhren durch eine Landschaft mit zugefrorenen Seen und tief verschneiten Bergen. Dieses Mal wollten wir sehen, wie es dort oben im Sommer aussieht. Vor allem hatten wir Lust auf ausgedehnte Wanderungen. Und auf diese unglaublich langen Tage, an denen es einfach nicht richtig dunkel werden will.
Dieses Mal wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Nicht schon nach zwei Tagen wieder die Koffer packen und zum nächsten Ort fahren. Lieber wollten wir länger an einem Ort bleiben, von dort aus wandern gehen und zwischendurch auch einfach mal nichts machen. Deshalb haben wir uns für diese vier Wochen nur einen kleinen Teil Nordnorwegens vorgenommen. Zu sehen gibt es dort schließlich mehr als genug.

Im Nachhinein war das eine richtig gute Entscheidung. Wir waren viel wandern, hatten aber auch genügend Zeit, um einfach mal einen Tag nichts zu unternehmen. Früher hätten wir vermutlich versucht, in den vier Wochen noch viel mehr von Norwegen zu sehen. Heute ist uns das gar nicht mehr so wichtig. Wir genießen es inzwischen, nicht ständig unterwegs sein zu müssen.
Tromsø – diesmal im Sommer
Wir flogen nach Tromsø und holten direkt am Flughafen unseren Mietwagen ab. Im Vergleich zum Winter sah es jetzt im Sommer alles völlig anders aus. Grüne Berge statt Schnee, lange Tage und selbst spät am Abend war es noch hell. Irgendwie schon verrückt, wie unterschiedlich man ein und denselben Ort erleben kann. Da wir Tromsø bereits kannten, hatten wir auch gar nicht vor, noch einmal sämtliche Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Lieber wollten wir die ersten Tage gemütlich angehen lassen, ein bisschen durch die Stadt schlendern und vor allem endlich die Wanderschuhe auspacken.

Wir blieben vier Nächte, haben uns aber ganz bewusst gegen eine Unterkunft mitten in Tromsø entschieden. Stattdessen wohnten wir in einem kleinen Häuschen weit außerhalb der Stadt, mitten in der Natur. Für uns war das genau der richtige Start in die Reise.



Eine unserer ersten Wanderungen führte uns über die Sherpatreppe hinauf auf den 421 Meter hohen Storsteinen. Über 1.200 Stufen mussten wir dafür hochsteigen, was ganz schön in die Beine ging. Oben angekommen, hatten wir aber noch nicht genug und wanderten weiter Richtung Fløya. Von oben hat man einen fantastischen Blick auf Tromsø, die Fjorde und die umliegenden Berge. Im Winter waren wir schon einmal hier oben gewesen, damals allerdings bei Schnee. Jetzt war alles grün und wir konnten die Berge in ihrer sommerlichen Schönheit sehen. Eine tolle erste Wanderung, auch wenn wir unsere Beine am nächsten Tag vom Treppenabstieg durchaus gespürt haben.

Einen schönen Ausflug machten wir auch zu Bryggejentene in Ersfjordbotn auf Kvaløya. Das kleine Café befindet sich in einer alten Fischerhütte direkt am Fjord. Neben Kaffee und selbstgemachtem Kuchen gibt es dort auch einen kleinen Laden. Wir haben uns einen schönen Platz am Fenster gesucht, unseren Kaffee getrunken und einfach die Aussicht genossen. Dort hätten wir problemlos noch eine Stunde sitzen können. Nach dem Kaffee sind wir gemütlich noch am Wasser entlang gelaufen.



Tromsø war für uns ein schöner Start in die Reise. Wir hatten ein paar gemütliche Tage, waren wandern und hatten auch die Stadt noch einmal besucht.
Senja – unsere zweite Station im hohen Norden
Nach Tromsø ging es für uns mit dem Mietwagen weiter auf die Insel Senja, wo wir insgesamt sechs Nächte verbrachten. Die Insel stand schon länger auf unserer Wunschliste und entsprechend gespannt waren wir darauf, was uns dort erwarten würde. Bereits die Fahrt zu unserer Unterkunft war landschaftlich wunderschön. Steile Berge, kleine Buchten und schmale Küstenstraßen, von denen sich immer wieder tolle Ausblicke aufs Meer boten. Sechs Nächte hatten wir für Senja eingeplant. Darüber waren wir schon nach der ersten Fahrt ziemlich froh.
Wir hatten wieder ein wunderschönes kleines Häuschen in einer malerischen Lage direkt am Fjord , weit abseits von allem.


Fast genauso schön wie unsere Unterkunft war die Fahrt dorthin. Um zu unserem Häuschen zu gelangen, mussten wir jedes Mal über einen Pass fahren, von dem aus man einen fantastischen Blick auf die Berge und Fjorde hatte. Selbst nach mehreren Tagen konnten wir uns an dieser Landschaft nicht sattsehen und hielten immer wieder an, um die Aussicht zu genießen.





Eine der schönsten Wanderungen auf Senja führte uns auf den Husfjellet. Die Tour startet in Skaland und gehört für mich zu den Wanderungen, die man auf der Insel unbedingt machen sollte. Anfangs geht es noch recht gemütlich bergauf, doch mit der Zeit wird der Weg steiler und die insgesamt rund 650 Höhenmeter machen sich irgendwann auch in den Beinen bemerkbar. Wir waren etwa sechseinhalb Stunden unterwegs, haben uns allerdings auch reichlich Zeit gelassen, unterwegs immer wieder angehalten und oben auf dem Gipfel eine längere Pause eingelegt. Bei dieser Aussicht hatten wir schließlich auch keinen Grund, uns zu beeilen.




Oben angekommen hat man einen richtig schönen Blick über die Küste von Senja. Besonders beeindruckend fanden wir den Blick Richtung Bergsfjorden und auf die steilen Berge, die direkt aus dem Meer aufzusteigen scheinen. Die Tour ist nicht extrem schwierig, man sollte aber etwas Kondition mitbringen.


Auch die Fahrt entlang der Küstenstraße hat uns gut gefallen. Wir hielten immer wieder an, liefen ein Stück oder schauten uns einfach die Gegend an. Da wir sechs Nächte auf Senja blieben, hatten wir dafür auch genügend Zeit. Einen Tag hat es allerdings fast durchgehend geregnet. Morgens sind wir trotzdem eine Runde gelaufen, danach hatten wir aber keine große Lust mehr, noch etwas zu unternehmen. Also haben wir es uns für den Rest des Tages mit Tee und einem guten Buch in unserem Häuschen gemütlich gemacht. War auch mal schön, schließlich waren wir ja im Urlaub.



Außerdem waren wir noch im Ånderdalen-Nationalpark wandern, der landschaftlich so gar nicht zu dem passt, was wir bisher von Senja gesehen hatten. Hier gibt es keine steilen Berge direkt am Meer, sondern vor allem Birkenwälder, Moore, kleine Seen und Flüsse. Die Wanderwege führen teilweise über Holzstege, an anderen Stellen geht es auf schmalen Pfaden durch das Tal. Uns hat die Wanderung gut gefallen, auch wenn sie natürlich längst nicht so spektakulär war wie unsere Tour auf den Husfjellet.


Myre – unser nächster Standort auf den Vesterålen
Nach Senja ging es für uns weiter auf die Vesterålen, wo wir zunächst fünf Nächte in Myre verbrachten. Von dort aus wollten wir den nördlichen Teil der Inselgruppe erkunden und natürlich auch wieder einige Wanderungen unternehmen.
Unsere Unterkunft lag dieses Mal tatsächlich mitten in einem kleinen Dorf und war damit die einzige auf der ganzen Reise, bei der wir nicht irgendwo völlig einsam und abgeschieden wohnten. Ungewöhnlich war sie trotzdem: Wir hatten uns in einer ehemaligen kleinen Kapelle einquartiert.


Im Vergleich zu Senja sah die Landschaft hier wieder etwas anders aus. Die Berge waren weniger steil, dafür gab es viel Meer, kleine vorgelagerte Inseln und immer wieder Fischerdörfer entlang der Küste. Myre selbst ist kein besonders hübscher Urlaubsort, sondern eher ein ganz normales norwegisches Dorf.

Natürlich waren wir auch auf den Vesterålen wieder viel wandern. Möglichkeiten gibt es hier mehr als genug und bei den meisten Touren hat man irgendwann einen schönen Blick aufs Meer und die vielen kleinen Inseln. Uns gefällt diese Gegend wirklich gut und wir hätten vermutlich noch etliche Wochen hier verbringen können, ohne dass uns langweilig geworden wäre.
Nyksund – ein Fischerdorf am Ende der Straße
Von Myre aus machten wir einen Ausflug nach Nyksund, einem kleinen Fischerdorf ganz im Norden von Langøya. Schon die Fahrt dorthin war schön, besonders die letzten Kilometer, auf denen die Straße direkt an der Küste entlangführt. In Nyksund ist dann Schluss, denn dort endet die Straße.

Nyksund hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ich hatte ein kleines, gemütliches Fischerdorf erwartet, war dann aber doch ziemlich enttäuscht. Viele der alten Holzhäuser wirkten heruntergekommen, manche standen schief und andere sahen aus, als hätte sich schon lange niemand mehr darum gekümmert. Dazwischen gab es ein paar renovierte Häuser und kleine Cafés, aber insgesamt wirkte der Ort auf mich ziemlich trostlos. Vielleicht lag es auch an meinen Erwartungen, aber ich konnte mit Nyksund nicht besonders viel anfangen. Sicherlich hat der Ort seine eigene Geschichte und auch einen gewissen Charme, aber meinen Geschmack hat er nicht getroffen. Immerhin war die Fahrt dorthin wirklich schön.


Gisløya – eine Wanderung zum Leuchtturm
Ein weiterer Ausflug führte uns auf die kleine Insel Gisløya. Unser Ziel war der Leuchtturm, zu dem wir zu Fuß wanderten. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag allerdings typisch nordnorwegisch. Als wir losliefen, regnete es erst einmal ordentlich. Also Regenjacken an und weiter. Zum Glück hielt der Regen nicht die ganze Zeit an. Irgendwann wurde es trockener und zwischendurch konnten wir die Landschaft auch ohne Kapuze genießen. Der Leuchtturm war dabei ein schönes Ziel.

Gerade weil die Tour einen ganz anderen Charakter hatte als unsere Bergwanderungen, war sie für uns eine schöne Abwechslung. Und ein bisschen Regen gehört in Norwegens auch mal dazu.

Nonskollen – nach dem Regen wieder nach oben

Nach dem Regen kam zum Glück irgendwann auch wieder die Sonne und damit war für uns klar, dass es direkt wieder nach oben gehen musste. Nach dem ruhigeren Ausflug auf Gisløya hatten wir richtig Lust auf eine Bergtour und entschieden uns für den Nonskollen.


Die Wanderung hat uns sofort wieder genau das gegeben, was wir an Nordnorwegen so mögen. Mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht weiter und irgendwann lag die typische Landschaft der Vesterålen unter uns. Solche Touren sind fantastisch, vor allem auch deshalb, weil wir wieder niemandem während der gesamten Wanderung begegnet sind. Der Aufstieg war anstrengend, aber oben zu stehen und über diese Landschaft zu schauen, lohnt sich jedes Mal wieder.


Fünf Nächte Myre – für uns genau richtig
Fünf Nächte hatten wir für Myre eingeplant und die Zeit konnten wir gut gebrauchen. Das Wetter ist hier oben schließlich nicht besonders zuverlässig. Mal scheint die Sonne, am nächsten Tag hängen die Wolken so tief, dass sich eine Bergwanderung kaum lohnt. Da ist es ganz angenehm, wenn man nicht schon wieder am nächsten Morgen weiterfahren muss. Früher hätten wir vermutlich versucht, in dieser Zeit noch mehr Orte unterzubringen. Inzwischen bleiben wir lieber ein paar Tage länger an einem Ort.
Bø – zehn Nächte in absoluter Ruhe
Rund um Bø auf den Vesterålen blieben wir besonders lange. Insgesamt waren es zehn Nächte und genau das hat uns richtig gutgetan.
Die ersten drei Nächte wohnten wir in einem alten kleinen Häuschen, das uns ein bisschen an ein Omahäuschen erinnerte. Nichts Modernes, nichts Durchgestyltes, aber gemütlich, ruhig und mit ganz viel Charme.
Das eigentliche Highlight kam allerdings jeden Abend auf vier Beinen vorbei: Eine Elchfamilie tauchte regelmäßig in der Nähe unseres Häuschens auf. Wir saßen abends immer am Fenster und warteten auf die Elche – viel näher kann man der Natur eigentlich kaum sein.





Danach zogen wir für weitere sieben Nächte in ein frisch renoviertes Fischerhaus direkt am Meer.



Beide Unterkünfte lagen völlig für sich. Keine Nachbarn direkt daneben, kein Verkehr, kein Trubel. Was wir reichlich hatten war Ruhe. Wir merken immer mehr, wie sehr wir solche Unterkünfte mögen.

Auf den Vesteralen hatten wir genügend Zeit, um unsere Wanderungen dem Wetter anzupassen. Klar hatten wir beim Wetter manchmal andere Wünsche. Die Vorhersage bestand über weite Strecken aus Wolken und Regen. Aber wir haben inzwischen dazu gelernt: In Nordnorwegen wartet man besser nicht auf perfektes Wetter.
Das zeigte uns unsere Wanderung auf den Skårvågsfjellet. Eigentlich soll man von dort oben eine fantastische Aussicht haben. Wir können das nicht bestätigen. Je höher wir kamen, desto weniger sahen wir. Oben angekommen standen wir mitten in den Wolken. Immerhin hatten wir Bewegung und konnten anschließend behaupten, auf dem Gipfel gewesen zu sein. Am Ende der Wanderung waren wir plitschnass.


Also änderten wir unsere Strategie ein bisschen. An Tagen mit tiefen Wolken blieben wir weiter unten und erkundeten die Küste. Wir liefen zum Beispiel auf dem Küstenweg bei Straumsjøen Richtung Vikan, vorbei am Meer und den kleinen Leuchtfeuern. Gerade bei nordnorwegischem Schmuddelwetter haben solche Wege ihren eigenen Reiz. Nasse Felsen, tief hängende Wolken, das Meer direkt daneben und weit und breit kaum ein Mensch. Irgendwie passt genau das auch ziemlich gut zu den Vesterålen.


Endlich wieder Sonne pur und rauf auf den Breitinden
Und dann kam er tatsächlich: unser Sonnentag. Also ging es nach Guvåg, von wo aus wir unsere Wanderung auf den Breitinden starteten.

Der Berg ist mit knapp 600 Metern zwar nicht besonders hoch, aber da man praktisch auf Meereshöhe startet, müssen die Höhenmeter eben auch komplett gelaufen werden. Der Weg zieht sich stetig nach oben und ist stellenweise durchaus anstrengend, ohne dabei technisch besonders schwierig zu sein. Und diesmal hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Am Gipfelkreuz angekommen sahen wir die Berge der Vesterålen und in der Ferne sogar die Lofoten.



Oben auf dem 598 Meter hohen Breitinden blieben wir deshalb auch eine ganze Weile sitzen. Wir aßen unser Vesper und genossen die Sonne und die Landschaft. Genau für solche Tage sind wir hierhergekommen. Für uns war die Wanderung auf den Breitinden eines der absoluten Highlights dieser Reise. Nicht extrem schwierig, aber anstrengend genug, dass man am Ende das Gefühl hat, sich den Gipfel wirklich erarbeitet zu haben.

Nach so viel Berg durfte es am nächsten Tag etwas gemütlicher werden. Wir fuhren nach Nykvåg, eines dieser kleinen Fischerdörfer, bei denen die Straße irgendwann einfach am Meer endet. Vor der Küste liegen die markanten Nykan, mehrere Vogelfelsen und wichtige Brutgebiete der Region.


Von den vielen Seevögeln war allerdings nichts mehr zu sehen. Offenbar waren sie im August schon weitergezogen. Auch Papageientaucher bekamen wir keine mehr zu Gesicht. Es hat sich dennoch für uns gelohnt, da die Fahrt alleine schon landschaftlich sehr schön war.

Überhaupt mochten wir an Bø auch die ruhigeren Tage. Wir fuhren nach Hovden, entdeckten die Strände an der wilden Westküste und standen immer wieder irgendwo am Meer. Weiße Sandstrände vor grünen Bergen sehen hier selbst unter grauem Himmel ziemlich spektakulär aus.

Unser letzter Tag auf den Vesterålen sollte noch einmal nach oben führen. Also zogen wir ein letztes Mal die Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg auf den Vetten. Die Wanderung war nicht besonders lang oder anstrengend, aber der Blick von oben dafür umso schöner.
Oben angekommen öffnete sich vor uns noch einmal diese typische Landschaft der Vesterålen: Berge, Meer, kleine Inseln und weite grüne Flächen. Oben auf dem Gipfel stand eine Schutzhütte. Es war frisch und kalt und so waren wir froh, dass wir kurz hineingehen konnten, um unser Vesper zu Essen.

Nach zehn Nächten verließen wir Bø und manchmal reicht eben ein einziger Sonnentag, damit man eine ganze Woche grauen Himmel ziemlich schnell wieder vergisst. Bø war ruhig, nass und wunderschön.
Harstadt – letzter Stop unserer Reise
Nach unseren Tagen in Bø ging es für die letzten drei Nächte unserer Norwegenreise nach Harstad. Dreieinhalb Wochen waren wir inzwischen im Norden unterwegs – Tromsø, Senja und die Vesterålen lagen hinter uns. Inzwischen war eigentlich eines klar: Wir wollten noch nicht so richtig nach Hause.
Harstad war trotzdem ein guter letzter Stopp. Wir wohnten etwas außerhalb der Stadt, direkt am Wasser und wieder einmal herrlich ruhig, in einem kleinen Häuschen. Einen unserer Tage nutzten wir, um nach Harstadt reinzufahren. Wir schlenderten durch die Stadt, liefen am Hafen entlang und ließen uns einfach treiben. Harstad ist sicher nicht der spektakulärste Ort Nordnorwegens, aber gerade als letzter Stopp passte die Stadt für uns gut. Ein bisschen schlendern, Cafés und Geschäfte. Trondenes, eine historische Stätte nahe bei Harstadt ließen wir dieses Mal aus. Dort waren wir bei einer früheren Reise schon gewesen. Ganz ohne Wandern sollte unsere Reise aber nicht enden.





Also ging es noch einmal hinaus auf das Aunfjellet zum Keipen. Im Vergleich zu unseren Touren auf den Vesterålen war das eine eher entspannte Abschiedswanderung. Vom Keipen blickten wir über den Kasfjord und die umliegende Insel- und Bergwelt. Der Blick von oben ist wunderschön und wir hatten nochmals richtig schönes Wetter.


Vier Wochen Nordnorwegen lagen hinter uns. Vier Wochen mit Sonne, Regen, Wind und ziemlich vielen Wolken. Wir standen auf Bergen, von denen wir überhaupt nichts sahen, und auf anderen, von denen wir am liebsten gar nicht mehr heruntergegangen wären. Wir liefen durch Moore, über Felsen und an einsamen Stränden entlang. Fuhren auf Fähren und wohnten in Häusern, bei denen man morgens nur aus dem Fenster schauen musste, um zu wissen, warum man hierhergekommen war.

Am nächsten Tag hieß es dann tatsächlich Taschen packen und Richtung Tromsø zum Flughafen fahren Vier Wochen Nordnorwegen und wir hätten problemlos noch ein paar Wochen dranhängen können.
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