Hongkong, Macau und Südchina: Unsere Route von der Skyline bis zu den Reisterrassen

Hongkong und Macau wollten wir schon lange einmal besuchen. Da wir aber nicht zwei Wochen ausschließlich in großen Städten verbringen wollten, haben wir unsere Reise mit ein paar Tagen in Südchina verbunden. Vor allem auf Yangshuo und die Longji-Reisterrassen war ich gespannt. Die Bilder dieser Landschaften hatten mir schon bei der Reiseplanung richtig gut gefallen. Insgesamt waren wir 14 Nächte unterwegs, davon sechs in Hongkong, eine in Macau und sechs in Südchina, bevor es für die letzten zwei Nächte wieder zurück nach Hongkong ging.


Unsere Reiseroute im Überblick

Hongkong – 5 Nächte
Macau – 1 Nacht
Yangshuo – 4 Nächte
Longji-Reisterrassen – 2 Nächte
Hongkong – 2 Nächte

Nach unseren Tagen in Hongkong ging es für eine Nacht nach Macau. Über beide Städte habe ich bereits eigene Reiseberichte geschrieben, deshalb möchte ich mich hier vor allem auf Südchina konzentrieren.

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug fuhren wir weiter Richtung Yangshuo. Auf diese Gegend hatte ich mich schon lange gefreut, vor allem wegen der ungewöhnlichen Karstberge, die ich bisher nur von Fotos kannte. Schon während der Zugfahrt veränderte sich die Landschaft. Die riesigen chinesischen Städte, die ich teilweise fast ein wenig bedrohlich fand, verschwanden langsam. Stattdessen sahen wir immer mehr kleinere Orte, Felder und Berge. Ich war gespannt, was uns in Yangshuo erwarten würde.

Obwohl Yangshuo von der Einwohnerzahl auch noch enorm groß ist, fühlen sich die Randbereiche sofort ganz anders an Statt Hochhäusern bestimmten plötzlich steile Bergformationen die Aussicht, Elektroroller ersetzten teilweise den Großstadtverkehr und das Leben wirkte deutlich entspannter.


Praktische Tipps vor der Reise

Einreisebestimmungen für Hongkong, Macau und China

Für Hongkong, Macau und Festlandchina gelten unterschiedliche Einreisebestimmungen. Genau deshalb sollte man sich vor der Reise unbedingt noch einmal über die aktuellen Regelungen informieren.

Für deutsche Staatsangehörige ist Hongkong derzeit für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen visumfrei möglich. Für Festlandchina gelten andere Regeln: Aktuell können deutsche Staatsangehörige unter bestimmten Voraussetzungen für bis zu 30 Tage visumfrei einreisen. Macau hat wiederum eigene Einreisebestimmungen, die sich von Hongkong und Festlandchina unterscheiden.

Wichtig ist außerdem, dass der Reisepass noch ausreichend lange gültig ist. Da sich Einreisevorschriften ändern können, sollte man vor der Reise immer die offiziellen Informationen der zuständigen Behörden prüfen.

Die Grenzübertritte zwischen Hongkong, Macau und Festlandchina funktionierten bei uns sehr organisiert und modern. Trotzdem sollte man für Kontrollen und mögliche Wartezeiten etwas Puffer einplanen.


Flugzeit und Anreise

Von Deutschland nach Hongkong dauert ein Direktflug ungefähr elf bis zwölf Stunden. Viele Reisende starten ihre Route dort, da Hongkong ein idealer Ausgangspunkt für Reisen nach Macau und Südchina ist.

Von Hongkong aus lassen sich Macau und zahlreiche Städte in China gut mit Fähren, Bussen oder Hochgeschwindigkeitszügen erreichen. Gerade die Kombination aus Metropole und Natur macht diese Route so spannend: erst die beeindruckenden Skylines Hongkongs, später die ruhigen Landschaften Südchinas rund um Yangshuo und die Longji-Reisterrassen.


Reisen mit dem Zug durch China

Das Bahnnetz in China hat mich besonders beeindruckt. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind modern, sauber und sehr pünktlich. Selbst längere Strecken lassen sich dadurch angenehm zurücklegen. Gerade zwischen größeren Städten ist der Zug oft entspannter als ein Inlandsflug.

Tickets können mittlerweile relativ einfach online gebucht werden. Vor Ort benötigt man für den Zutritt zu den Gleisen in der Regel den Reisepass zur Identifikation. Eine klassische Papierfahrkarte bekommt man meist nicht mehr.

An den Bahnhöfen sollte man etwas mehr Zeit einplanen, da es Sicherheitskontrollen ähnlich wie am Flughafen gibt. Trotzdem empfanden wir das Reisen mit dem Zug als sehr angenehm. Für mich waren die Zugfahrten sogar ein eigenes Highlight, weil man unterwegs viel von der Landschaft sieht – von riesigen Städten bis hin zu kleinen Dörfern und grünen Bergregionen.


Geld, Währung und Bezahlen

Auf dieser Reise hatten wir mit mehreren Währungen zu tun:

In Hongkong bezahlt man mit dem Hongkong-Dollar, kurz HKD.
In Macau gilt offiziell der Macau-Pataca, kurz MOP. Häufig wird aber auch der Hongkong-Dollar akzeptiert.
In Festlandchina bezahlt man mit Renminbi beziehungsweise Yuan, kurz CNY.

Besonders in China wird inzwischen sehr viel digital bezahlt – häufig per QR-Code über Apps wie Alipay oder WeChat Pay. Deshalb lohnt es sich, beide Apps bereits zu Hause zu installieren und einzurichten. Nach dem Grenzübertritt ist es deutlich entspannter, wenn die wichtigsten Zahlungsfunktionen schon vorbereitet sind.

Bargeld funktioniert zwar weiterhin, allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass mobiles Bezahlen in China deutlich verbreiteter ist als in Europa. Internationale Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert. Etwas Vorbereitung ist deshalb wirklich sinnvoll.

Wir selbst hatten in China und Macau kein Bargeld dabei. In Hongkong haben wir fast alles mit der Octopus App bezahlt. Besonders praktisch ist, dass man die Octopus Card direkt in die Wallet integrieren kann. Zum Aufladen benötigt man zusätzlich die „Octopus for Tourists“-App.

Innerhalb der Alipay-App kann man außerdem DiDi nutzen – die chinesische Alternative zu Uber. Auch diese Funktion sollte man möglichst schon vor der Reise vorbereiten, da zur Registrierung eine Mobilfunknummer benötigt wird.


Internet, eSIM und VPN

Für diese Reise ist eine lokale SIM-Karte oder eSIM aus meiner Sicht sehr empfehlenswert. Viele Apps und Dienste funktionieren nur zuverlässig, wenn man unterwegs mobiles Internet hat – besonders in Festlandchina.

Praktisch ist eine eSIM, die Hongkong, Macau und China kombiniert. So muss man nicht in jedem Gebiet eine neue Karte kaufen und bleibt während der gesamten Reise online.

Außerdem sollte man wissen, dass in China viele westliche Dienste wie Google, WhatsApp, Instagram oder YouTube ohne VPN nicht zuverlässig funktionieren. Manche Reise-eSIMs laufen über Hongkong oder andere Netze, wodurch viele dieser Dienste weiterhin nutzbar sein können. Darauf sollte man sich aber nicht blind verlassen, da sich technische Bedingungen ändern können. Wer auf bestimmte Apps angewiesen ist, sollte sich vor der Reise gut vorbereiten.


Sprache und Kommunikation

In Hongkong kommt man mit Englisch meist sehr gut zurecht. Englisch ist dort neben Chinesisch Amtssprache, und besonders in Hotels, Restaurants, der Metro oder an touristischen Orten war die Kommunikation für uns meistens problemlos möglich.

In Festlandchina sah das anders aus. Viele Menschen sprechen dort kaum oder gar kein Englisch. Übersetzungsapps waren für uns deshalb sehr hilfreich. Besonders praktisch war es, wichtige Adressen, Hotelnamen und Sehenswürdigkeiten zusätzlich auf Chinesisch gespeichert zu haben. So konnten wir sie bei Bedarf einfach zeigen.

Auch beim Reisen mit dem Zug oder bei Taxifahrten erleichtert das vieles. Apps wie Google Translate oder die integrierte Übersetzungsfunktion in WeChat können im Alltag enorm helfen. Trotz der Sprachbarriere haben wir die Menschen überall als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt.


Steckdosen und Adapter

Auch beim Thema Steckdosen sollte man sich vor der Reise kurz vorbereiten. In Hongkong und Macau werden überwiegend britische Steckdosen vom Typ G verwendet. In Festlandchina sind zusätzlich andere Steckertypen üblich.

Viele Hotels haben zwar inzwischen internationale Steckdosen oder USB-Anschlüsse, darauf verlassen würde ich mich aber nicht. Am praktischsten ist ein Universaladapter, mit dem man Smartphone, Kamera oder Laptop überall problemlos laden kann. Gerade auf einer Rundreise mit mehreren Stopps erspart das viel Stress.


Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Hongkong und Südchina ist meist der Frühling oder Herbst. Besonders angenehm sind die Monate März bis Mai sowie Oktober und November. Dann sind die Temperaturen meist warm, aber nicht zu heiß, und die Luftfeuchtigkeit ist deutlich angenehmer als im Hochsommer.

Im Sommer kann es sehr heiß und schwül werden. Außerdem ist dann Taifun-Saison möglich. Dafür zeigen sich die Landschaften rund um Yangshuo und die Longji-Reisterrassen in dieser Zeit besonders grün.

Wir selbst waren im April unterwegs und empfanden das Wetter als nahezu perfekt. Für die Reisterrassen waren wir allerdings froh, abends eine Jacke dabeizuhaben.


Yangshuo: Karstberge, Flüsse und Bambusflöße

Auf Yangshuo hatte ich mich schon bei der Reiseplanung besonders gefreut. Vor allem wegen der ungewöhnlichen Landschaft mit den vielen Karstbergen, die hier überall aus dem Boden ragen. Und tatsächlich sieht es dort genauso aus wie auf den Bildern. Überall diese Berge, dazwischen kleine Dörfer, Reisfelder und Flüsse. Wir hatten uns für vier Nächte ein Hotel etwas außerhalb von Yangshuo gesucht, direkt am Yulong River. Von dort aus konnten wir die Gegend wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Das hat uns richtig Spaß gemacht, zumal auf den kleinen Wegen kaum Verkehr unterwegs war. Für mich gehört Yangshuo zu den schönsten Gegenden, die wir bisher in China kennengelernt haben.


Anreise nach Yangshuo

Wir reisten mit dem Hochgeschwindigkeitszug in Richtung Yangshuo. Wichtig zu wissen: Der eigentliche Bahnhof liegt nicht direkt im Zentrum von Yangshuo, sondern etwas außerhalb in Xingping. Von dort aus braucht man noch einmal ungefähr eine Stunde mit dem Taxi oder privaten Fahrer bis nach Yangshuo beziehungsweise in die umliegenden Unterkünfte.

Diese zusätzliche Fahrt sollte man bei der Planung nicht unterschätzen. Gleichzeitig ist sie aber auch ein schöner Einstieg in die Region, denn schon unterwegs sieht man die ersten Karstberge und bekommt ein Gefühl für die Landschaft.


Übernachten im Yangshuo Mountain Retreat

In Yangshuo wohnten wir im Yangshuo Mountain Retreat, etwas außerhalb des Ortes direkt am Yulong River. Die Lage war wirklich klasse. Rund um das Hotel gab es eigentlich nur Natur, die vielen Karstberge und den Fluss. Vor allem morgens beim Frühstück haben wir es dort sehr genossen. Wir saßen gemütlich im Garten, tranken unseren Kaffee und schauten den Bambusflößen zu, die auf dem Fluss vorbeifuhren. Auch für unsere Fahrradtouren war das Hotel ein guter Ausgangspunkt. Wir konnten direkt losradeln und waren nach wenigen Minuten mitten zwischen Reisfeldern und kleinen Dörfern.


Fahrradtour zur Fuli Bridge

Eine unserer schönsten Fahrradtouren führte uns vom Hotel bis zur Fuli Bridge. Wir starteten gleich nach dem Frühstück und radelten am Yulong River entlang, vorbei an Reisfeldern, kleinen Dörfern und natürlich diesen unglaublich schönen Karstbergen. Viel Verkehr gab es zum Glück nicht, sodass wir ganz gemütlich unterwegs waren. Auf den Feldern standen Wasserbüffel, ab und zu kam uns ein Bauer auf seinem Moped entgegen und auf dem Fluss waren die Bambusflöße unterwegs. Wir hielten immer wieder an, machten Fotos oder schauten uns einfach ein bisschen um. So macht Fahrradfahren wirklich Spaß.

Nach ungefähr eineinhalb Stunden erreichten wir die Fuli Bridge, eine alte Steinbrücke, die mitten in einem kleinen Dorf über den Fluss führt. Unterwegs hatten wir immer wieder angehalten, um Fotos zu machen oder uns einfach ein bisschen umzuschauen. An der Brücke gibt es ein paar kleine Restaurants und Cafés direkt am Wasser. Wir schauten uns die Brücke an und genossen den Blick auf den Fluss und die umliegenden Karstberge. Ein wirklich schönes Ziel für eine Fahrradtour, auch wenn uns fast schon die Fahrt dorthin noch besser gefallen hat.

Für uns war diese Fahrradtour eines der absoluten Highlights in Yangshuo. Nicht wegen einer einzelnen Sehenswürdigkeit, sondern wegen der gesamten Strecke und der besonderen Ruhe unterwegs.


Die Longji-Reisterrassen

Nach Yangshuo ging es für uns weiter zu den Longji-Reisterrassen. Eigentlich wollten wir für den Transfer nicht so viel Geld ausgeben und hatten zunächst überlegt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Allerdings hätten wir dafür erst nach Guilin oder Longsheng fahren und anschließend noch einmal umsteigen müssen. Mit unserem Gepäck war uns das dann doch zu umständlich.

Also entschieden wir uns schließlich für einen privaten Fahrer. Das kostete zwar deutlich mehr, aber alles andere hätte für uns irgendwie keinen Sinn gemacht. Das Taxi holte uns morgens direkt am Hotel in Yangshuo ab und brachte uns bis zu den Reisterrassen.

Die Fahrt dauerte länger, als man bei einem Blick auf die Karte vielleicht vermuten würde. Je näher wir Longji kamen, desto kurviger wurden die Straßen. Es ging durch kleine Dörfer, vorbei an grünen Bergen und irgendwann immer weiter nach oben. Wir waren jedenfalls froh, dass wir uns für das Taxi entschieden hatten und nicht mit unserem Gepäck in irgendwelchen Bussen umsteigen mussten.


Übernachten im Longji Ancient Zhuang Village

Für unsere zwei Nächte bei den Longji-Reisterrassen hatten wir uns das Longji Ancient Zhuang Village ausgesucht. Das kleine Hotel liegt mitten in den Bergen, direkt bei den Reisterrassen. Als wir ankamen, war außer einem Ehepaar aus London niemand da. Überhaupt wirkte das ganze Hotel ziemlich verlassen. Schnell wurde uns klar, dass wir wohl noch vor der eigentlichen Hauptsaison unterwegs waren.

Uns störte das allerdings überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, wir fanden es eigentlich ziemlich angenehm, das Hotel fast für uns alleine zu haben. Auch im Dorf war nicht besonders viel los. Wir konnten in Ruhe durch die kleinen Gassen laufen und uns die Reisterrassen anschauen, ohne ständig anderen Touristen zu begegnen.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, mindestens eine Nacht direkt bei den Reisterrassen zu verbringen. Die Anreise ist schließlich ziemlich aufwendig und nur für einen Tagesausflug wäre mir das zu viel Fahrerei gewesen.


Wandern durch die Longji-Reisterrassen

Was für ein schöner Tag! Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den Reisterrassen. Direkt vom Dorf aus ging es zunächst bergab in Richtung Gondelstation. Wir hatten herrliches Wetter und konnten uns an den vielen Reisterrassen kaum sattsehen. Überall diese schmalen Felder, die sich in unzähligen Stufen an den Berghängen entlangziehen. Kaum vorstellbar, wie viel Arbeit es gewesen sein muss, das alles einmal anzulegen. Wir ließen uns jedenfalls ordentlich Zeit, hielten immer wieder an und machten jede Menge Fotos. Bei dem Wetter und dieser Aussicht hatten wir es überhaupt nicht eilig.

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Mein Fazit zu dieser Route

Die Kombination aus Hongkong, Macau und Südchina hat uns richtig gut gefallen. Nach den vielen Tagen in Hongkong und Macau war es schön, auch noch etwas anderes von China zu sehen. Vor allem Yangshuo mit seinen Karstbergen und den kleinen Dörfern hat uns begeistert. Wir waren viel mit dem Fahrrad unterwegs und hätten dort problemlos noch ein paar Tage länger bleiben können.

Auch die zwei Nächte bei den Longji-Reisterrassen waren eine gute Entscheidung. Nur für einen Tagesausflug wäre mir die Anreise zu aufwendig gewesen. Die ganze Route würde ich deshalb jederzeit wieder so planen.

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