Wer auf seiner Südostasien-Rundreise einen Abstecher nach Laos in das ursprüngliche Asien wagt, wird überrascht sein. Das Highlight von Laos ist vor allem etwas, das eigentlich nicht greifbar ist – nämlich seine Stille. In keinem anderen Land der Erde habe ich solch eine Ruhe erlebt wie in Laos. Gepaart mit der Herzlichkeit und Achtsamkeit der Laoten, hat dieses Land einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen.

In Laos leben 7 Millionen Menschen auf einer Fläche, die ungefähr der Hälfte von Deutschland entspricht. Fast 50 Prozent des Landes sind mit Regenwäldern bedeckt. Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Traumstrände sucht man vergeblich, denn das Land hat keinen Meerzugang. Auch wenn Laos seit Jahren ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum ausweist, gehört es weiterhin zu den 48 am wenigsten entwickelten Ländern der Erde, der sogenannten „Vierten Welt“. Weniger als 40% der Einwohner Laos haben jemals eine Schule besucht. Nur knapp über 50% der Laoten über 15 Jahren können Lesen und Schreiben, unter den Frauen noch deutlich weniger.

 

Es gibt viele Wege nach Laos zu kommen. Direktflüge aus Deutschland werden allerdings nicht angeboten. Ich bin mit Air Asia von Bangkok nach Vientiane geflogen. Vientiane gehört zu den ruhigsten und entspanntesten Hauptstädte der Welt, die ich bisher kennengelernt habe. Die  Hauptstadt von Laos ist reich an Kultur und Architektur. Was man alles in Vientiane gesehen und besichtigt haben sollte, habe ich  mal zusammengefasst:

1. Wat Si Saket

Mehr als 2.000 Buddha-Darstellungen kann man  im Wat Si Saket Tempel betrachten. Die Geschichte des ältesten buddhistischen Tempels des Landes reicht bis in das Jahr 1818. Ein Großteil der Stadt Vientiane wurde 1827 im Kampf um Siam zerstört. Der Tempel zählt zu den wenigen Bauwerken, die verschont wurden.

2. Pathos  Xai – der Triumphbogen von Vientiane

Patou Xai wurde in den 60er Jahren im Gedenken an die gefallenen Helden der laotischen Armee gebaut. Mit seinen 49 Metern Höhe bildet er einen großartigen Ausblick über Vientiane. In den verschiedenen Stockwerken, die man über steile Treppen erreichbar sind, hat meinen einen schönen Ausblick.

3. Pha That Luang und That Luang Tai Tempel

Die goldene Stupa des Pha That Luang ist ein Symbol für Laos. Das Bauwerk zählt zu den ältesten Monumente des Landes. Seine Geschichte reicht bis ins 3. Jahrhundert zurück. Der Tempel wurde mehrmals stark beschädigt. Im Jahre 1867 gab die französische Kolonialregierung einen originalgetreuen Wiederaufbau in Auftrag. Der Turm  ist mit 500 Kilogramm Gold bedeckt. Nebenan befindet sich ein schöner Tempel mit vielen Malereien und einem großen liegenden Buddha. Die 45 Meter hohe Stupa besteht aus 3 Stockwerken und biete viele Hinweise auf die laotische Kultur. Im Inneren des Geländes, auf dem die goldene Stupa liegt, befindet sich außerdem noch ein Museum. Geöffnet ist täglich jeweils von 8.00 – 12.00 Uhr und von 13.00 – 16.00 Uhr. Der Eintritt kostet 5000 Kip für Besucher. Was mir am Meisten gefallen hat war die Ruhe auf dem gesamten Gelände.

4. Anouvong Park

Chao Anouvong war der letzte laotische König von 1805 bis 1828. Ihm zu Ehren wurde 2010 der Anouvong Park in Vientiane erbaut. Die großen Grünflächen des Parks am Mekong Ufer werden von den Einwohnern morgens zum Sport genutzt und am späten Nachmittag zum Entspannen. An den Park angrenzend gibt es auch noch die Anouvong Statue, die ebenfalls zu Ehren des Königs erbaut wurde und heute viele Besucher der Stadt als beliebtes Fotomotiv anlockt.

5. That Dam

In der Nähe  der ehemaligen amerikanischen Botschaft befindet sich die schwarze Stupa That Dam. Laut einer laotischen Legende lebt eine 7-köpfige Naga im Inneren, die versuchte die Stupa vor der siamesischen Invasion 1827 zu schützen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Stupa in Gold gehüllt, welches jedoch laut einer weiteren Legende von der siamesischen Armee abgetragen wurde.

6. Der Präsidentenpalast

Der Präsidentenpalast ist zwar ein berühmtes Gebäude in Vientiane, kann aber von Touristen nicht besucht werden. Fotos sind daher nur von außen möglich. Im Gegensatz zum Namen wohnt der Präsident nicht hier, sondern das Gebäude ist lediglich der Sitz von einigen Regierungsbüros und wird zu offiziellen Staatsempfängen genutzt. Ich habe versucht herauszufinden, wo der Präsident heutzutage wohnt, leider ist mir das nicht gelungen.

 

Nach zwei Tagen in Vientiane, habe ich die Stadt auch schon wieder verlassen. Die nächste Station  war Vang Vieng. Die Fahrt mit dem Bus dauerte nur knappe vier Stunden.

Vang Vieng ist mit 25.000 Einwohnern ein relativ kleines Städtchen, das sich allerdings vor ein paar Jahren einen Namen als Partyhotspot für Backpacker machte. Beliebt war das Tubing (den Fluss in einem Traktorreifen hinunter treiben) auf dem Nam Xong Fluss erfreute sich großer Beliebtheit. Nachdem vor ein paar Jahren etliche Touristen unter Alkohol- und Drogeneinfluss beim Tubing ums Leben kamen, wurde der Partytourismus staatlich verboten. Heutzutage ist Vang Vieng ein ruhiges Städtchen in einer äußerst reizvollen Landschaft.

Es gibt extrem viele Aktivitäten in und um Vang Vieng. Ich habe mich auf eine ausgiebige Radtour beschränkt, denn am Besten erkundet man das Umland mit dem Fahhrad oder dem Roller.  Stundenlang kann man durch die schöne Landschaft radeln und die Ruhe und die Natur genießen. Genau das ist die Stärke dieser Stadt, denn das Stadtbild an sich ist eher trostlos und nicht schön.

Nach zwei Tagen Vang Vieng ging es dann auch schon weiter. Luang Prabang war das nächste Ziel . Der Minivan von Vang Vieng nach Luang Prabang kostet 6 Euro pro Person, benötigt ca. 6 Stunden von A nach B und führt durch eine atemberaubende Berglandschaft. Reisende, denen es schnell schlecht wird im Minivan, sollten achten, dass sie ganz vorne sitzen.

Was ich alles in Luang Pragang erlebte, berichte ich in einem extra Beitrag.

 

Written by Reisen macht froh