Essaouira – die Stadt, in der die Gelassenheit wohnt

Wer im Frühjahr oder im Herbst noch etwas Sonne tanken möchte, wenig Zeit hat und daher nicht allzu weit fliegen will, findet in Essaouira milde Temperaturen und einen Hauch von Orient. Eine Kombination aus Marrakesh und Essaouira innerhalb einer Woche ist meiner Meinung nach der perfekte Trip.  Marrakesh hat mich schon vor Jahren völlig in den Bann gezogen und so zog es mich immer wieder nach Marokko.

Es entstand eine Art Liebe zu einem  unglaublich schönen Land, welches vor allem von der Freundlichkeit der Menschen lebt.

Essaouria ist eine Oase der Gelassenheit. Genau genommen gibt es in Essaouira gar nicht so viel zu sehen, denn es gibt  nicht diese unendlich lange Liste an Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt abhaken muss. Aus diesem Grund ist es so wundervoll in dieser Stadt. Im Grunde kann man  den ganzen Tag lang planlos durch die engen Gassen schlendern und Unmengen an Fotos schießen. Genau das ist es, was mich immer wieder an der Stadt  so verzaubert. Nimm dir nichts vor, sondern erkunde die vielen verwinkelten Gässchen und lass dich treiben.

In Essaouira gibt es an jeder Ecke Cafés und über die ganz Medina verteilt Galerien. Hier haben sich die Künstler und Hippies angesiedelt, kurz nachdem oder kurz bevor Jimi Hendrix 1969 zum ersten Mal hier war.  Die Einheimischen beschrieben ihre Stadt als „magisch“ und dies vor allem wegen dem ständigen Wind.

Anreise

Easyjet (ab Basel) oder Ryanair (ab Frankfurt-Hahn) sind sicherlich die beiden günstigsten Varianten um nach Marrakesh zu fliegen. Natürlich fliegt auch die Lufthansa oder auch die Royal Maroc von diversen deutschen Flughäfen aus. Essaouira selbst hat zwar auch einen kleinen Airport, dieser wird allerdings nur von London und Paris  aus angeflogen. Daher muss man die fast 200km entweder mit einem „Grande Taxi“  oder mit einem Überlandbus zurücklegen.

Mit dem „Grand-Taxi“  spart man ein wenig Zeit und kommt komfortabel ans Ziel. Wer eine Unterkunft in der Medina wählt, muss beachten, dass die Innenstadt autofrei ist und man das letzte Stück zu Fuß zurücklegen muss. Für das Gepäck gibt es aber Handkarren, die man gegen ein kleines Trickgeld nutzen kann.

Von Marrakesh aus, ist es aber auch absolut unkompliziert mit dem Bus (Supratours)  anzureisen. Neben Supratours gibt es auch noch die Busse von CTM, allerdings wirken die Busse von Supratours auf mich ein wenig moderner und irgendwie sicherer. Die Busse nach Essaouira fahren am Busterminal ab, d.h. du musst dir ein „Petit Taxi“ nehmen, um vom Zentrum dahin zu gelangen. Tickets vorab zu reservieren ist zu empfehlen, denn Essaouira ist ein recht beliebtes Ausflugsziel. Die Fahrtzeit mit dem Bus dauert 3 Stunden.

Übernachtung

Die Auswahl an Riads in Essaouira ist unglaublich. Am Ende weiß man nicht mehr, was einem am besten gefallen hat. Ich selbst war inzwischen schon drei Mal dort und jedes Mal habe ich mich für eine andere Unterkunft entschieden. Bei 50€ die Nacht kann man schon in einem sehr schönen Ambiente übernachten. Außerhalb der Stadtmauern zu übernachten würde ich nicht empfehlen. Der Charme innerhalb ist einfach zu verführerisch. Wer bereit ist ein wenig mehr Geld auszugeben, sollte sich unbedingt das Heure Bleue Palais – Relais & Chateaux anschauen.

Tipp

Die Tage in Essaouira wären nur halb so schön gäbe es das Ocean Vagabond nicht. Meist am späten Nachmittag mache ich mich auf, durchquere die dicken Festungsmauern der Medina und verlasse den alten Stadtkern Richtung Stadtstrand. Am Wasser kann man dem Spiel der Surfer und Kitesurfer zu schauen. Es ist ein wunderschöner Spaziergang. Auch hier spürt man die Ruhe und das Magische des Ortes. Ganz am Ende des Strandes befindet sich einer meiner Lieblingsplätze, das Ocean Vagabond – ein chilliges Café & Restaurant. Direkt vor einem der Sand und der Ozean. Die Karte ist sehr europäisch: Burger, frische Salate, Sandwiches, Pizzen aus dem Holzofen, sowie süße und salzige Kuchen (Tartes). Außerdem serviert das Restaurant frisch gekühlten Rosewein aus Marokko. Hier kann man stundenlang verweilen,  in den Liegestühlen abhängen und den kühlen Wein schlürfen.