Kappadokien, UNESCO Weltkultur- und Naturerbe, ist eine atemberaubende Region in Zentralanatolien in der Türkei. Wir haben uns eine Woche auf Entdeckungsreise dorthin begeben und wurde mit phantastischen Eindrücken und Erlebnissen belohnt. Kappadokien ist ein Weltwunder der Natur: eine einzigartige Tufflandschaft mit extremen Felsen, unzählbaren Felsenkirchen  und unterirdischen Städten. Entstanden ist die bizarre Landschaft vor Millionen von Jahren bei etlichen Vulkanausbrüchen.

Göreme ist das touristische Zentrum Kappadokiens. Als Basisstation, um all die Sehenswürdigkeiten zu erkunden ist das kleine Städtchen optimal. Hier gibt es unendlich viele Hotels in allen Preiskategorien und Restaurants an jeder Ecke. In diesem kleinen Städtchen kann man sich wohlfühlen.

 

DIe touristische Hauptattraktion in Kappadokkien ist und bleibt die Fahrt mit dem Heißluftballon. Das ist auch der Grund, weshalb so viele Menschen nach Kappadokien kommen. Dennoch gibt es viele andere Gründe, um nach Kappadokien zu reisen.

Grund 1: Ausgedehnte Spaziergänge

Kappadokien ist hauptsächlich für seine wilden Felsformationen bekannt. Die ganze Region ist von Tälern durchzogen, in denen man wandern kann. Die Routen sind meist  kurz, so dass man eher von ausgedehnten Spaziergängen sprechen sollte.  Die bekanntesten Täler sind das Meskendir-Tal (Meskendir Vadisi), die Rote Schlucht(Kızılçukur), die beiden Rosentäler (Güllüdere) und das Schwertertal (Kılıçlar Vadisi). Welches das schönste Tal ist und in welches man auf alle Fälle hineinspazieren sollte, kann man nicht sagen. Die Täler, die wir durchquerten, waren alle sehr unterschiedlich. Meine Töchter und ich hatten Spaß beim durchqueren der Täler, das lag vor allem an den abwechslungsreichen Wegen, die durch die Täler führen. Es gibt immer was zu erkunden und entdecken.

Grund 2: Göreme Freiluftmuseum

Das Open Air Museum von Göreme liegt ca. 2 Kilometer außerhalb von Göreme. Man kann das Museum ganz leicht zu Fuße erreichen. Wir selbst nahmen das Auto, weil wir im Anschluss gleich weiter wollten. Das Freilichtmuseum ist eine ehemalige Klosteranlage aus dem 11. Jahrhundert mit etwa 10 kleineren Kapellen. Die Kappellen, zum Teil mit den besterhaltensten Fresken Kappadokiens, sind in der Regel nicht größer als 15-20 m². Nur die Tokali-Kirche außerhalb des Geländes hat Kirchengröße. Diese durchaus sehenswerten Kappellen befinden sich in Tuffkegeln und im Felsen, verteilt an einem kleinen Rundgang. Am besten man besucht das Museum gleich früh am Morgen, da im Laufe des Tages die Freiluftanlage von Menschenmassen überrannt wird.

 

Grund 3: Ilhara Schlucht

Etwa eine Autostunde von Göreme entfernt liegt die Ilhara Schlucht. Die Fahrt dorthin ist eintönig und landschaftlich nicht besonders spektakulär. Dennoch lohnt es sich die Schlucht zu besuchen. Die 15 km lange Ihlara-Schlucht wird auch als “Grand Canyon der Türkei” bezeichnet. Die Wanderung durch das Tal, vorbei an alten Felsenkirchen, zählt zu den schönsten Kappadokiens. Auf schmalen Pfaden kann man wunderbar durch das Ihlara-Tal in Zentralanatolien wandern. Gelegentlich steigt man über Felsbrocken oder durchwatet den kleinen Fluß Melendiz, der sich inmitten der mächtigen Schlucht windet. Früher gab es mehr als 50 Felsenkirchen in dem etwa 15 Kilometer langen Canyon, von denen einige zugänglich sind.

Am Ende der Schlucht gibt es zahlreiche Restaurants. Die Restaurants bestehen aus einzelnen Hütten, die direkt auf dem Fluß platziert sind. Gerade wenn es heiß ist, ein wundervoller, schattiger Ort um zu verweilen oder etwas zu Essen. Serviert werden köstliche Gerichte direkt aus einem Tontopf.

Grund 4: Unterirdische Stadt Kaymakli

Kaymakli ist eine der bisher 36 bekannten unterirdischen Städte in Kappadokien. Das gleichnamige Dorf liegt 20 km von der Provinzhauptstadt Nevsehir entfernt. Von Göreme aus, ist Kaymakli in 45 Minuten mit dem Auto erreichbar. Die unterirdische Stadt wurde Anfang der 60iger dem Tourismus zugänglich gemacht. Die Anlage steht aus 8 Stockwerken, von denen fünf für Besucher zugänglich sind. Vom obersten Stockwerk aus führt ein komplexes System von Tunnels weiter hinab in die Tiefe. Je tiefer man kommt, um so kälter wird es. Zwischen 3.000 und 15.000 Bewohner sollen damals unter der Erde gelebt haben. Ein ausgetüfteltes Belüftungssystem machte das Leben unter der Erde möglich. Die unterirdische Stadt Kaymakli ist ca. 4000 Jahre alt. Die frühen Chrste fanden die Ruinen und bauten die Städte dann in der Tiefe aus. Sie gingen bis zu 85m  in die Tiefe und erbauten dort noch Schlafräume, Küchen, Schulen und auch Kirchen. Die unterirdischen Städte dienten zu Kriegszeiten als Verstecke und Rückzugsorte.

Die Besichtigung ist ein kleines Abenteuer und wer Platzangst hat, sollte auf den besuch der unterirdischen Stadt eher verzichten.

Praktische Tipps:

Reisezeit: Kappadokien lässt sich das ganze Jahr über besuchen. Ideale Reisezeit ist der Frühling und der Herbst. Im Sommer kann es sehr heiß werden. Auch im Winter, wenn in Kappadokien Schnee liegt, soll ein Besuch sehr reizvoll sein. Allerdings haben im Winter nicht alle Hotels geöffnet.

Rumkommen: Der grösste Teil der Ziele in Kappadokien lässt sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. In Göreme bieten die meisten Reisebüros unterschiedliche Tagestouren an, um zum Beispiel ins  Ihlara-Tal zu kommen. Eine Alternative ist ein Mietwagen. Wir hatten einen Mietwagen. Die Preise sind erschwinglich und belasten die Urlaubskasse nicht wirklich.

Unterkunft: In Kappadokien herrscht kein Mangel an Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten nichts gebucht und sind  einfach nach Göreme gefahren und haben uns einige Hotels angeschaut.  In Göreme gibt es viele Unterkünfte, bei denen sich die Zimmer in alten Höhlen befinden. In so einem Zimmer zu übernachten ist ein besonderes Erlebnis.

Anreise: Die bequemste Anreise nach Kappadokien ist mit dem Flugzeug. Wir sind von Zürich, über Istanbul nach Kayseri geflogen. Kayseri wird mehrmals täglich von Turkish Airways angeflogen. Kosten pro Person: 200€. Von Kayseri nach Göreme sind es max. 1 Stunde mit dem Auto.

Written by Reisen macht froh